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Ostholsteiner Anzeiger

22. August 2017 | 23:25 Uhr

Heimatverband Eutin aufgelöst

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Mitgliederversammlung beschloss das Ende des Vereins per 31. Dezember / Gründe: Überalterung und fehlender Nachwuchs

„Der Heimatverband Eutin, der sich in seinen Jahrbüchern intensiv mit Aspekten der Eutinischen Geschichte befasst hat, ist demnächst nunmehr selbst Geschichte“, sagt Frank Petzold. Eine Mitgliederversammlung hat vergangene Woche die Auflösung des Heimatverbandes Eutin zum 31. Dezember 2016 beschlossen.

Der Vorstand hatte keine Zukunftsfähigkeit des Heimatverbandes mehr gesehen und bereits zu seiner Jahresversammlung im April die Auflösung beantragt, so Petzold weiter. Doch seinerzeit waren nicht zwei Drittel der gemäß Satzung erforderlichen etwa 360 Mitglieder zu der Versammlung erschienen, weshalb eine neue Versammlung notwendig wurde. Auf ihr sprachen sich über 90 Prozent der Anwesenden in geheimer Abstimmung für eine Auflösung aus.

Seit Jahren hatte der Vorstand größte Mühe bei der Besetzung von Vorstandsposten. „Die zunehmende Überalterung der Mitglieder, die daraus resultierende fehlende Bereitschaft, Vorstandsarbeit zu leisten, sowie das veränderte Kommunikationsverhalten jüngerer Generationen bei erkennbarem Desinteresse an Vereinsarbeit führten beim Vorstand zu dem Entschluss, die Arbeit des Heimatverbandes fünfzig Jahre nach seiner Gründung 1966 zu einem würdigen Ende zu führen“, so Petzold. Das angekündigte baldige Erscheinen des druckfertigen Jahrbuchs für 2016 diene als Beleg für die bis zum Schluss vorhandene engagierte Arbeit des letzten Vorstands, „doch ließ sich das strukturelle Problem des Heimatverbands dadurch letztlich auch nicht lösen“, so Petzold.

Der Vorstand wies darauf hin, dass dieser Beschluss in keinerlei Bezug zur gesellschaftlich notwendigen Heimatarbeit stehe, sondern ausschließlich durch die mangelnde Perspektive für eine zukunftsorientierte Vereinsarbeit motiviert sei, unabhängig vom des Öfteren geäußerten allgemeinen Bedauern über das Ende des Heimatverbandes Eutin.

Gleichwohl wurde in der Versammlung eine mögliche weitere Heimatkundearbeit thematisiert. Nach der Auflösung des Heimatverbandes Eutin erwägt nun die „Arbeitsgemeinschaft für Heimatkunde Oldenburg/Ostholstein“, ihre historisch bedingte Orientierung auf den Nordkreis fallenzulassen. So könnte ein neuer Heimatverein für Ostholstein entstehen, sagte dessen Vorsitzender Hinrich Scheef den Mitgliedern des Heimatverbandes Eutin. Zugleich würde dadurch die Möglichkeit bestehen, auch weiterhin heimatkundlich orientierte Artikel in Jahrbüchern zu publizieren.

Abschließend beschlossen die Mitglieder, das verbleibende Vermögen nach Ablauf des gesetzlich vorgeschriebenen liquidatorischen Sperrjahres an das Ostholstein-Museum zu übertragen. Das war laut Satzung der wichtigste Förderzweck des Heimatverbandes Eutin.

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erstellt am 08.Dez.2016 | 11:40 Uhr

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