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Ostholsteiner Anzeiger

23. August 2017 | 21:38 Uhr

Heimatkreis vor ungewisser Zukunft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Vorsitzender verkündet bei Saatziger Bundestreffen Ende des Vereins in 2019

Seit 1960 sind die Bundestreffen in Eutin zur Tradition geworden – gestern begann das 29. Saatziger Heimat- und Patenschaftstreffen des Vereins Heimatkreis Saatzig/Pommern vor dem Kreishaus mit einer Kranzniederlegung. Fast symbolisch wirkte die kleine Feierstunde angesichts des nahenden Endes der Vereinigung von ehemaligen Bürgern der pommerschen Landkreises. Denn Horst Born, Vorsitzender
des Heimatkreisausschusses, kündigte an, dass das 30. Treffen 2019 das letzte sein wird. „Wir sind in einem Jahrgang, in dem wir jeden Tag damit rechnen müssen, das Treffen nicht mehr zu erleben“, sagte Born. Weiteres Problem: Immer mehr Ortsgruppen brechen aus Altersgründen weg. Und der Nachwuchs fahre zwar in den ehemaligen Landkreis im heutigen Polen, jedoch meist aus touristischen Interessen, so Born.

2019 wolle man in Eutin einen würdigen Abschluss finden, kündigte Born gestern an. Bis dahin müsse auch entschieden sein, was mit der Heimatstube im Kreishaus geschehen soll.

Die Patenschaft zwischen dem pommerschen Landkreis Saatzig und dem Kreis Ostholstein besteht seit 58 Jahren. Landrat Reinhard Sager zeigte sich „bewegt und beeindruckt von der großen Beständigkeit und Treue, die Sie Ihrem Heimatkreis und dem Patenkreis Ostholstein auf den alle zwei Jahre stattfindenden Bundestreffen entgegenbringen“.

Sager erinnerte weiterhin an die rund 14 Millionen Deutsche, die am Ende des Zweiten Weltkriegs durch Flucht und Vertreibung ihre Heimat verloren haben. Viele Flüchtlinge fanden in der Region eine neue Heimat.

Margret Möller, 2. stellvertretende Bürgervorsteherin, ergänzte in ihrem Grußwort im Namen der Stadt Eutin, dass „Flucht und Vertreibung weiterhin aktuelle Themen sind“. Die Erinnerung an die in der Vergangenheit erlebte Flucht ermögliche es in der Gegenwart anderen Menschen, die ebenfalls flüchten mussten, helfen zu können.

Rund 1100 Menschen werden vom Heimatkreis noch betreut, darunter bereits Kinder und Enkel der gebürtigen Saatziger. In Eutin versammelten sich am späten Vormittag rund ein Dutzend Ehemalige; zur Versammlung an diesem Wochenende haben sich rund 80 Mitglieder angemeldet. Auch morgen setzt sich das Treffen der Saatziger fort; am Sonntag geht es für die Gäste wieder retour – auch in eine ungewisse Zukunft.

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erstellt am 28.Apr.2017 | 11:39 Uhr

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