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Ostholsteiner Anzeiger

16. August 2017 | 17:27 Uhr

"Kripo Holstein" : Heimat als Filmkulisse

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Sie arbeiten da, wo andere Urlaub machen: Für die zweite Staffel der ZDF-Krimi-Serie „Kripo Holstein“ dreht ein Neustädter Filmunternehmen in Ostholstein – gestern auf einem Bauernhof in Groß Schlamin.

Ein Bauernhof wie aus dem Bilderbuch: Ställe, ein Misthaufen, reichlich Wiesen mit Kühen. Und Platz, um ein 40-Mann-starkes Filmteam unterzubringen. Kein Wunder, dass der Hof von Klaus und Martina Heldt bei Schashagen ins Visier von Location-Scouts geriet. Die zwei Mitarbeiter der Neustädter Opal-Filmproduktion durchkämmen zurzeit Ostholstein systematisch, um passende Kulissen für „Kripo Holstein“ zu finden. Die Dreharbeiten für die ZDF-Krimi-Serie laufen im Moment auf Hochtouren. Und Familie Heldt und ihr Bauernhof ist für drei Tage mittendrin.

„Die zwei Herren standen einfach so vor der Tür“, erinnert sich Martina Heldt an den Besuch der Film-Scouts. Auf die Frage, ob Opal den Hof zu Dreharbeiten nutzen könnte, „haben wir spontan ,Ja’ gesagt“, sagt Heldt. Drei Tage lang dreht das Filmteam jetzt auf dem Hof. „Ich habe mir den Aufwand gar nicht so groß vorgestellt“, gesteht Heldt ein. 40 Mann ist das Filmteam stark, der Fuhrpark – Autos und Lkw – stehen auf dem Hof verteilt. Einige sind untergestellt, damit sie beim Drehen später nicht im Bild zu sehen sind.

Groß Schlamin ist nicht der einzige Drehort in Ostholstein. Für die Außenaufnahmen wird schon mal das Gemeindehaus neben der Kirche des wenige Kilometer entfernten Dorfes Altenkrempe zur „Kriminalpolizei Holstein“. Die Innenaufnahmen entstehen in Neustadt, wo auch die „Küstenwache“ seit 1997 gedreht wurde.

„Wir bekommen ein tolles, positives Feedback von den Ostholsteinern“, sagt Herstellungsleiter Nils Burtzlaff. Und alle könnten sich freuen, dass das ZDF Ostholstein weiterhin die Treue hält, so Burtzlaff weiter. Schließlich hatte das ZDF vor wenigen Wochen das Aus der in Neustadt beheimateten Serie „Küstenwache“ bekannt gegeben (wir berichteten). Für die Produktion zeichnete sich ebenfalls die Opal Filmproduktion verantwortlich. Die Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren „Küstenwache“ sei dem Filmunternehmen bei „Kripo Holstein“ zugute gekommen. Viele Orte, die das Team beim Dreh für die „Küstenwache“ entdeckt, aber nicht genutzt hatte, kamen jetzt bei „Kripo Holstein“ groß raus.

„Für mich ist das hier die schönste Ecke Deutschlands“, sagt Schauspieler Björn Bugri, der in der TV-
Serie Kriminaloberkommissar Hannes Schulte spielt. „Ich genieße jeden Tag, jeden neuen Winkel, in dem wir drehen“, sagt der Berliner. Noch habe man aber nicht jede Ecke Ostholsteins für sich und die Serie entdeckt. „Wir können noch in den nächsten zehn Jahren Ostholstein ausleuchten“, scherzte Bugri mit Blick auf die große Bandbreite von Schauplätzen für die Serie.

Vom sozialen Wohnungsbau über einen ländlichen Friseur und der Dorf-Kegelbahn bis zum Bauernhof: Vor dem Opal-Team scheint nichts sicher, die Serie möglichst authentisch in die Heimat der Ostholsteiner einzubinden. Und nicht nur die Orte sind „echt“, auch die Menschen in den Szenen kommen vielfach aus Ostholstein. Dafür, dass die Film-Crew drei Tage lang ihren Bauernhof nutzen kann, hat Familie Heldt Komparsen-Rollen bekommen. Martina Heldt musste „einmal mit einem Futter-Eimer über den Hof laufen“, berichtet Heldt – wobei es nicht bei einem Mal bleiben sollte. „Der Aufwand, wie oft Szenen wiederholt werden, ist schon bemerkenswert“, sagt die Landwirtin und Chefin über 50 Kühe und ihre Kälber – insgesamt 120 Tiere. Kuh „Halma“, die von der Teilnahme an Wettbewerben viel Trubel gewöhnt ist, engagierte das Filmteam gleich mit. Gestern stand die ruhige Schwarzbunte im Mittelpunkt einiger Szenen. Die 15 Folgen werden noch bis zum 10. Oktober gedreht. Für diese Zeit sind die Schauspieler und das Team in Ostholstein zu Hause. „Wir arbeiten da, wo andere Urlaub machen“, sagt Bugri.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 07.Aug.2014 | 16:00 Uhr

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