Sielbeck : Heilklinik in prächtiger Villa

Sie wollen ihre 'Animata Charité' am Sonntag der Öffentlichkeit vorstellen: Sabine und Mark Rohwer.  Foto: Schröder
Sie wollen ihre "Animata Charité" am Sonntag der Öffentlichkeit vorstellen: Sabine und Mark Rohwer. Foto: Schröder

Wo jahrzehntelang das Institut für Virusforschung residierte, sollen bald Patienten stationär behandelt werden - wie vor 100 Jahren

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12. Dezember 2012, 07:36 Uhr

Sielbeck | Zurück in die Zukunft. So könnte das Motto lauten, unter dem die jüngste Entwicklung des ehemaligen "Hauses Sielbeck" am Ufer des Kellersees steht. Schon wenige Jahre nach seinem Bau um 1900 nutzte ein Berliner Arzt die beeindruckende Villa mit ihren 20 Zimmern als Sanatorium. Chronische Erkrankungen und Erschöpfungszustände gehörten damals zu den Leiden, die hier behandelt wurden.

In der Geschichte des Hauses an der Eutiner Straße folgten Stationen als Genesungsheim einer Krankenkasse sowie als Lazarett und Säuglingsheim im Zweiten Weltkrieg. Danach diente es jahrzehntelang als Sitz des Instituts für Virusforschung, gegründet von Prof. Dr. Andreas Lembke. Der nächste Eigentümer wollte aus dem Herrenhaus eigentlich eine Wohnstätte für Senioren machen, konnte dieses Vorhaben letztlich jedoch nicht umsetzen.

Nach Jahren der Ungewissheit ist nun klar: In wenigen Wochen wird die Villa wieder Patienten beherbergen, zu deren Leiden auch chronische Erkrankungen und Erschöpfungszustände gehören - ganz wie vor 100 Jahren. Sabine Rohwer (52) und ihr Mann Mark Rohwer (46) haben das Herrenhaus vom Vorbesitzer gekauft, um hier ein Heilkundezentrum einzurichten. "Animata Charité" heißt die Einrichtung, die am kommenden Sonntag, 16. Dezember, von 12 bis 16 Uhr mit einem Tag der offenen Tür vorgestellt werden soll.

"Wir haben schon seit Jahren nach einer geeigneten Immobilie gesucht", berichtet Sabine Rohwer. Auf das Haus Sielbeck seien sie bei einer Tour durch Ostholstein gestoßen. Es eigne sich hervorragend für ihre Zwecke, denn 2006 sei alles nicht nur denkmalgerecht, sondern auch barrierefrei und behindertengerecht saniert worden.

Bereits 2004 hat das Ehepaar das Heilkundezentrum Animata im Hamburger Stadtteil Groß-Borstel gegründet. Mit dem Neuerwerb erfüllen sich die Eheleute zwei Wünsche. Zum einen wollten sie auch persönlich in die Natur, zum anderen können sie ihren Patienten künftig auch eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Bislang mussten diese sich bei längeren Behandlungen ein Hotelzimmer suchen.

Derzeit bietet die Villa Platz, um acht Patienten stationär aufzunehmen, später kann diese Zahl auf zwölf aufgestockt werden. Den Therapeuten stehen vier Behandlungsräume zur Verfügung, außerdem gibt es einen Seminarraum. Das Heilkundezentrum in Hamburg bleibt weiterhin bestehen, dort findet auch die Ausbildung von Therapeuten statt. Derzeit besteht das Team aus zwölf Mitarbeitern, darunter ein Arzt, Heilpraktikerinnen, eine Psychologin, eine Ernährungsberaterin, ein spiritueller Lehrer, ein Yogalehrer und weitere Therapeuten. Sie behandeln jährlich mehr als 2000 Patienten aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland.

"Alle sind außerdem ausgebildete Heiler", erklärt Sabine Rohwer. Die Sprachlehrerin hat sich nach einigen Berufsjahren der Heilkunde zugewandt. Als Heilerin sowie Ernährungs- und Gesundheitsberaterin leitet sie das Heilzentrum, während sich ihr Mann als Kaufmann um die organisatorische Seite kümmert.

"Nachhaltige Erholung durch Entgiftung, Entschlackung und Energiearbeit" - so fasst Sabine Rohwer das Gesundheitsprogramm ihrer Heilklinik zusammen. Es gehe um die Einheit von Körper, Geist und Seele. Wichtig sei, dass der Patient nicht nur symptomatisch behandelt werde, sondern in all seinen Facetten: auf körperlicher, stofflicher, psychischer, energetischer und spiritueller Ebene. Mit jedem Patienten werde gemeinsam ein für seine Bedürfnisse passendes Behandlungsprogramm erarbeitet. Dies könne nach zwei Sitzungen, etwa bei der Behandlung einer Allergie, beendet sein, oder bei gravierenden Erkrankungen wie Rheuma oder schweren Vergiftungen auch mehrere Monate dauern.

Am Tag der offenen Tür wollen Sabine und Mark Rohwer nicht nur das Programm ihrer Klinik präsentieren. Dafür werden auch Therapeuten anwesend sein. Die neuen Besitzer der Villa wollen auch mit den Sielbeckern ins Gespräch kommen. Einst sorgte das Sanatorium "Haus Sielbeck" für eine Belebung des Ortes, indem es für steigende Gästezahlen sorgte. Das könnte sich jetzt wiederholen.

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