Polizeiwache evakuiert : Heiligenhafen: Brief mit Pulver sorgt für Großeinsatz

Vor Ort ist es ruhig: Der Bereich um die Polizeistation ist abgesperrt. Die Einsatzkräfte warten auf Gefahrgutexperten aus Hamburg.

Vor Ort ist es ruhig: Der Bereich um die Polizeistation ist abgesperrt. Die Einsatzkräfte warten auf Gefahrgutexperten aus Hamburg.

In der Polizeistation geht ein Brief mit weißem Pulver ein. Das Gebäude wird evakuiert und der Bereich abgesperrt.

shz.de von
19. Juni 2018, 21:00 Uhr

Heiligenhafen | Am Dienstagmittag ist bei der Polizeistation Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) eine Briefsendung mit weißem Pulver eingegangen. Daraufhin wurden umgehend die Räume der Polizei in der Lauritz-Maßmann-Straße evakuiert und die Feuerwehr verständigt. Der Bereich um die Polizeiwache wurde abgesperrt. Wie sich im Verlauf des Einsatzes herausstellte, war das Pulver bereits auf der Poststelle aus dem Brief heraus auf einen Tisch gerieselt. Daraufhin wurde dann auch die Filiale geschlossen. Am späten Abend gab es dann Entwarnung: Bei dem Stoff handelte es sich um Waschpulver.

Nach ersten Informationen wurde der Brief an die Polizeistation in Heiligenhafen handschriftlich adressiert und durch die Deutsche Post ausgeliefert. „Wir können überhaupt noch nichts über die Substanz sagen“, sagte ein Polizeisprecher. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, ob sich weitere Briefe mit dem unbekannten Inhalt in dem Zustellfahrzeug befinden und der Fahrer sich möglicherweise kontaminiert hat, wurde auch das Fahrzeug auf dem Parkplatz der Polizeistation abgestellt.

Als klar wurde, dass die Mittel zur Analytik nicht ausreichen, entschloss sich die Einsatzleitung mit dem Gesundheitsamt weitere Spezialkräfte nach Heiligenhafen zu ordern. Eine analytische Task Force aus Hamburg traf gegen 18 Uhr ein. Feuerwehrmänner in gelben Overalls mit abgeklebten Handschuhen und Atemschutz holten den Brief mit der unbekannten weißen Substanz aus dem Polizeigebäude. Sie füllten diese vorsichtig in ein Behältnis um und übergaben die Probe den Fachleuten der Task Force aus Hamburg. Auch im Postfahrzeug wurde nach weiteren Briefen mit Pulver gesucht – allerdings ergebnislos.

Die möglichweise mit dem Pulver in Berührung gekommenen Mitarbeiter der Polizei und der Poststelle klagten nicht über gesundheitlichen Beschwerden, wurden aber durch einen Amtsarzt gründlich untersucht. Die ersten Begutachtungen ergaben keine Hinweise auf etwaige gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Polizei konnte ihren Dienst, mit ein paar Einschränkungen, in den Räumen der Feuerwehr Heiligenhafen fortführen.

Um 20.30 Uhr gab es dann Entwarnung, der Einsatz wurde beendet. Verschiedene Untersuchungen hatten laut Polizei zu dem Ergebnis geführt, dass es sich bei dem Pulver mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Waschpulver gehandelt hat. Die Polizei in Heiligenhafen konnte ihren regulären Dienst daraufhin wieder aufnehmen.

„Die Einsatzkräfte haben vorbildlich gehandelt um möglichen Schaden abzuwenden.“, sagt Bürgermeister Heiko Müller, der auch vor Ort war.

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