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Ostholsteiner Anzeiger

13. Dezember 2017 | 18:40 Uhr

Eutin : Haus des Gastes wird abgerissen

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

In das einstige Herz der städtischen Tourismusförderung soll kein Cent mehr gesteckt werden: Im Herbst können die Bagger anrücken.

von
erstellt am 21.Mai.2014 | 12:18 Uhr

Die Entscheidung fiel binnen Sekunden ohne jede Aussprache und wird trotzdem das Bild der Stadtbucht erheblich beeinträchtigen: Der Bauausschuss und der Kulturausschuss haben Dienstag einstimmig beschlossen, dass im Herbst das Haus des Gastes abgerissen wird. Eine entsprechende Empfehlung hatte die Verwaltung gegeben.

Seit Anfang März wurde in der Stadtvertretung und im Rathaus an einer zentralen Frage gearbeitet: Lohnt es sich, das Haus des Gastes noch für die Landesgartenschau 2016 zu nutzen? Oder ist es sinnvoller, das teilweise abgängige Gebäude aus den 1970er Jahren abzureißen und den zwischen Seeufer und Bleekergang liegenden Platz für eine Gastronomie in „fliegenden Bauten“ (Zelte und Container) zu nutzen?

Jörn Ackermann, Diplom-Ingenieur eines Bremer Büros, hatte Anfang März in einem städtebaulichen Gutachten empfohlen, das Haus des Gastes spätestens nach der Landesgartenschau abzureißen, damit das „Sahnegrundstück“ für einen Hotelneubau genutzt werden könnte. Der flache Anbau müsse auf jeden umgehend abgerissen werden, dieser Gebäudeteil – einst Büro des Fremdenverkehrsamtes – sei nicht mehr zu retten.

Weiter empfahl Ackerman der Stadt, die Bausubstanz des zweistöckigen Kerngebäudes eventuell für die Landesgartenschau (LGS) „aufzuhübschen“ und gastronomisch zu nutzen und erst nach der LGS abzureißen.Diese Prüfung sei zwischenzeitlich erfolgt, heißt es in der Sitzungsvorlage. Das Ergebnis: „Aufgrund des hohen Alters des Gebäudes und seines aktuellen Zustands wären umfangreiche Renovierungsarbeiten erforderlich, die in einem unwirtschaftlichen Verhältnis zu alternativen Cateringmöglichkeiten stehen.“

Deshalb empfahl die Verwaltung, das Haus so schnell wie möglich abzureißen, das Gelände einzuebnen und so Platz für eine temporäre Gastronomie in einem Zelt zu ermöglichen. „Auf diese Weise könnte ein entsprechender Caterer ein ihm sinnvoll erscheinendes Konzept ohne größere räumliche Einschränkungen verwirklichen.“ Vor einem Abriss steht allerdings noch ein Pachtvertrag: Im Haus des Gastes wird noch ein Café betrieben. Der Vertrag läuft am 30. September aus, danach wäre ein Abbruch möglich. Der könne, so hieß es im Bauamt, als „Ordnungsmaßnahme im Rahmen der Städtebauförderung“ erfolgen.

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