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Fairtrade-Initivative Eutin erhebt das Wort : Haus des Gastes: Weiter Protest gegen Abrisspläne

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Fairtrade-Initiative appelliert an die Stadt, das Haus des Gastes zu erhalten / Bürgermeister Schulz hält Furcht vor Baulücke für verfehlt

Die Zahl der Kritker am geplanten Abriss des Hauses des Gastes wächst. Gestern hat sich auch die Fairtrade-Initiative öffentlich für den Erhalt des Bauwerks an der Stadtbucht ausgesprochen. Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz äußerte Verständnis für die sich häufenden Bedenken gegen den Abriss-Beschluss der Stadtvertreter, sieht aber diese Entscheidung weiterhin als gut begründet und zukunftsweisend an.

Die Fairtrade-Initiative hat einen Offenen Brief an den Bürgermeister, Bürgervorsteher Dieter Holst und an die Fraktionen gerichtet. Unterzeichnet ist er von Katja Helmbrecht, Barbara Braasch, Hans-Peter Klausberger und Christian Bielke.

Wörtlich heißt es darin: „Wir haben als Initiative gemeinsam mit der Stadt Eutin bislang zwei sehr schöne große Veranstaltungen, das Fairtrade-Frühstück und die Zertifizierungsfeier zur Fairtrade-Stadt, im Haus des Gastes ausgerichtet und würden uns sehr freuen, wenn wir dort auch noch weitere Veranstaltungen ausrichten könnten. Wir sind der Meinung, dass die Stadt Eutin ein Haus braucht, in dem solche Veranstaltungen wie auch Ausstellungen und anderes mehr an zentraler Stelle durchgeführt werden können.“

Die Fairtrade-Initiative weiter: „Das Haus des Gastes abzureißen, ohne dass ein neues, in der Bürgerschaft akzeptiertes Konzept für diese Fläche vorliegt, halten wir für einen Fehler. Wir wünschen uns, dass das Haus des Gastes erhalten bleibt und saniert und renoviert wird. Die maroden, nachträglich angefügten Anbauten können abgerissen werden, aber der ursprüngliche Baukörper ist in unseren Augen zweckmäßig und – auch aus zeitgeschichtlichen Gründen – erhaltenswert.“

Wie berichtet, haben sich auch die Bürgergemeinschaft Eutin sowie bislang mehr als 500 Bürger aus Eutin und Umgebung in einer Unterschriftensammlung gegen den für Herbst geplanten Abriss gewandt. Dazu zählen auch Stammkunden des Gastronomen, der den Cafébetrieb im Haus des Gastes noch bis Ende September gepachtet hat.

Bürgermeister Schulz sagte dazu: „Ich kann gut verstehen, dass viele Leute wegen guter Erinnerungen an dem Gebäude hängen. Aber dessen Aufteilung ist für eine volle gastronomische Aufteilung ungünstig.“ Eine energetische Sanierung würde die Stadt laut Fach-Kalkulation 680 000 Euro kosten; selbst Architekt Udo Stücker, der Ende der 60er Jahre das Gebäude plante, rechne mit 500 000 Euro Sanierungskosten. „Ich gehe nicht davon aus, dass andere Beschlüsse getroffen werden“, sagte Schulz zur Sitzung des Bauausschusses, in der am 3. September ein Sachstandsbericht zum Haus des Gastes vorgesehen ist. Sollte das von den Stadtvertretern angesteuerte Ziel, dort ein Hotel zu errichten, nicht
zu realisieren sein, müsse niemand eine längere Baulücke befürchten: „Es gibt mehrere Unternehmen, die würden der Stadt das Grundstück am liebsten sofort aus der Hand reißen für eine Wohnbebauung.“

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erstellt am 22.Aug.2014 | 18:00 Uhr

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