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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 03:38 Uhr

Haus des Gastes ist Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein Bagger machte das einst preisgekrönte Gebäude gestern dem Erdboden gleich. Jetzt können Hotelplanungen beginnen

shz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 00:26 Uhr

Überraschend fix ging der Abriss des Haus des Gastes an der Stadtbucht gestern. Das Lübecker Unternehmen Grabowski, das in den vergangenen drei Tagen in der Bahnhofstraße zwei Wohngebäude für die ZOB-Erweiterung platt gemacht hatte (wir berichteten), zog mit dem Bagger am Freitagvormittag an die Stadtbucht, um dort das zu vollenden, was die Mehrheit der Eutiner in einem zweiten Bürgerentscheid beschlossen hatte: Den Abriss des einst preisgekrönten, aber in die Jahre gekommenen, maroden Gebäudes.

Eine Nutzung fand im vergangenen Jahrzehnt nur noch saisonal statt. Als das Haus als Büro und Herberge für die Bauleitung zur Landesgartenschau und ebenso für den Caterer als Lagerstätte diente, rief das die Bürgerinitiative auf den Plan. Sie zweifelte Asbestvorkommen und Schimmelbefall an, von denen die Stadt sprach. Das beauftragte Abrissunternehmen ging auf Nummer sicher, zweifelt Asbestvorkommen nicht an, sondern trennt nach Auskunft von Geschäftsführer Dirk Grabowski, Baustoffe, die Asbest enthalten könnten, vom Rest. Der Gefahrstoff kommt auf die Deponie, Bauschutt, Metalle und Glas werden zum Recyclinghof gebracht. „Wir wollen in zwei, zweieinhalb Wochen fertig sein mit allem“, sagte Grabowski gestern. Gut 40 Lkw-Touren, so rechnete er aus, werde es brauchen, um das Haus des Gastes samt Anbau abtransportiert zu haben.

Die Abrissbefürworter wird es freuen, dass es so schnell ging, viele andere dürften überrascht sein, war der Abriss doch eigentlich für Ende des Monats, auf jeden Fall aber bis zum Stadtfest geplant. Letzteres hatten sich städtische Gremien nach dem Bürgerentscheid im Februar gewünscht – „die Fläche müssen wir schnell freimachen“, lautete der Tenor. Die Möglichkeit, auf dem 1a-Grundstück der Stadt ein Integrationshotel zu errichten, war noch vor dem Entscheid bekannt geworden und stieß auf positive Resonanz – nur von Unterstützern der Bürgerinitiative für den Erhalt des Hauses gab es kritische Stimmen.

Marlies B., eine langjährige Eutinern, unterstützte den ersten Entscheid 2015 – nicht aber den zweiten: „Ich bin ein bisschen traurig, wenn ich das jetzt sehe. Aber es war letztlich einfach zu marode. Die Zeit geht weiter und wenn sie hier ein kleines, hübsches Hotel bauen, damit man seinen Gästen mal etwas bieten kann, ist das richtig so.“ Dem neuen Seepark habe sie zunächst auch kritisch gegenüber gestanden, „und jetzt gefällt er mir eigentlich ganz gut, viele Familien und junge Menschen, die früher nicht da waren, nutzen ihn. Es ist einfach Zeit für was Neues.“

Im jüngsten Hauptausschuss wurde beschlossen, dem interessierten Investor „Die Ostholsteiner“ mittels eines sogenannten Anhandgabevertrags bis Ende 2018 so viel Planungssicherheit zu geben, dass ein Konzept zur Umsetzung eines solchen Hotels erarbeitet werden kann. „Die Ostholsteiner“ wollen als ortsansässiges Unternehmen in der Eutiner Stadtbucht ein Integrationshotel mit bis zu 45 Zimmern entwickeln und das Haus auch betreiben.

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