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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 20:30 Uhr

Eutin : Haus des Gastes: Heinold für Neubau

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Bauamtsleiter Bernd Rubelt führt die Finanzministerin bei einem „Inklusionsspaziergang“ durch die Stadt.

shz.de von
erstellt am 11.Apr.2017 | 17:30 Uhr

Monika Heinold ist eine erfahrende Politikerin. Sechzehn Jahre gehörte sie dem Landtag an, seit 2012 ist die Grüne nun schleswig-holsteinische Finanzministerin. Von klassischen Wahlkampfterminen hat die gelernte Erzieherin genug. Am schlimmsten seien Podiumsdiskussionen, bei denen sowieso schon klar sei, was jeder sagen werde. Lieber lerne sie etwas Neues hinzu, auch im Wahlkampf, verriet Monika Heinold. Die Gelegenheit dazu nutzte die Ministerin gestern in Eutin, einer Stadt, die aus Kiel Millionenbeträge für die Stadtsanierung erhält.

Der scheidende Bauamtsleiter Bernd Rubelt nahm die Finanzministerin mit auf einen Spaziergang durch die Stadt, bei dem die Themen Inklusion und Barrierefreiheit im Vordergrund standen. „In meinem langen Leben als Politikerin ist das mein erster ,Inklusionsspaziergang‘, den ich mache“, verriet Heinold.

Auf der Route vom Bahnhof durch die Peterstraße zur Stadtbucht war zunächst der Unterschied des Pflasters auffällig – gut verschliffen in der bereits sanierten oberen Peterstraße, eher holperig im restlichen Teil der Straße. Doch man müsse Inklusion ganzheitlich betrachten, erläuterte Rubelt. „Barrieren müssen nicht nur baulich abgebaut werden – Kommunikation und Service sind viel wichtiger“, sagt der Bauamtsleiter.

Wie sehr das stimmt, weiß Heinold aus eigener Erfahrung. „Wenn ich mit meiner Mutter unterwegs bin, geht die meiste Zeit damit vorbei, herauszufinden, welche Gaststätten eine behindertengerechtes WC haben“, berichtet sie. Und prompt fällt ihr vor dem Anbau des „Brauhauses“ auf, dass es dort zwar einen rollstuhlgerechten Zugang gibt, aber keinen Hinweis auf ein behindertengerechtes WC. Das gebe es auch nicht, wirft der Eutiner Grünen-Fraktionschef Eike Diller ein, doch Annegret Brauer korrigiert ihn. Dort gebe es sehr wohl ein solches WC.

Annegret Brauer hat sich dem von einigen örtlichen und regionalen Grünen begleiteten Spaziergängern angeschlossen. Sie arbeitet im „Scandy“-Geschenkeladen, der von der Behindertenhilfe „Die Ostholsteiner“ betrieben wird. Den Laden in der Peterstraße hat die kleine Gruppe zuvor besucht. Monika Heinold zeigt sich beeindruckt. Ein solches Projekt sehe sie zum ersten Mal: „Dass ein ganz normaler Laden geführt wird von Menschen mit Behinderung, das ist gelebte Inklusion.“

Das Haus des Gastes an der Stadtbucht ist die letzte Station der Tour. Rubelt und Diller erläutern ihr die jüngste Geschichte des heruntergekommenen Gebäudes – mit zwei Bürgerentscheiden und dem nun vorliegenden Plänen der „Ostholsteiner“ für ein „Inklusionshotel“. Monika Heinold muss nicht lange nachdenken, wo sie sich beim nun bevorstehenden Bürgerentscheid am 7. Mai ihr Kreuz machen würde. „Wenn ich mitstimmen dürfte, würde ich für den Neubau stimmen“, sagt sie. Dafür sprächen die Themen Gastronomie, Integration und öffentliche Toiletten.

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