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Ostholsteiner Anzeiger

19. August 2017 | 04:24 Uhr

Haupteingang erst 2017 barrierefrei

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Die Rampe am Hauptportal des Eutiner Bahnhofs wird erst im zweiten Sanierungsschritt realisiert, heißt es aus der Verwaltung. Mobilitätseingeschränkten bleibt der Weg am Gleis entlang.

Der Bahnhofsvorplatz ist so gut wie fertig, nur die Fahrradboxen und -ständer sowie die Bäume fehlen noch. Und die Rampe am Haupteingang. Doch die kommt erst, wie jetzt bekannt wird, im nächsten Sanierungsschritt. Gerade bei Reisenden, die auf einen barrierefreien Zugang angewiesen sind, sorgt das für Verwunderung, zeigte die Visualisierung vor der Baustelle bis vor kurzem doch etwas anderes: „Auf den Skizzen war die Rampe eindeutig zu sehen, aber nicht in der Praxis“, sagt eine ältere Dame. Nils Hollerbach, Fachdienstleiter für Bauaufsicht und Denkmalpflege beim Kreis Ostholstein, sagt beim Blick in die Akten: „Die Genehmigung liegt für die Planung ohne Rampe am Haupteingang vor.“ Die sei für den ersten Bauabschnitt noch gar nicht Bestandteil des Antrags gewesen.

Mobilitätseingeschränkten, wie es neudeutsch heißt, bleibt bisher nur der Weg rechts am Gebäude vorbei, um von hinten in die Bahnhofsvorhalle zu gelangen. Bauamtsleiter Bernd Rubelt begründet: „Die Rampe vor dem Gebäude ist erst im zweiten Sanierungsschritt realisierbar.“ Noch könne die Barrierefreiheit am Haupteingang nicht umgesetzt werden, da der Anbau mit der Tanzschule noch vermietet ist. „Sobald das geklärt ist, können wir weiter planen“, sagte Rubelt. Die weiteren Sanierungsarbeiten seien dann im Zuge mit dem ZOB-Umbau ab 2017 geplant. Bis dahin gebe es zwei Wege rechts und links am Gebäude vorbei,
wovon derzeit nur einer der DIN-Norm für Barrierefreiheit entspricht. Aus baurechtlicher Sicht genüge das, so Hollerbach. Planer Philipp Haggeney stellte in einem Ausschuss fest, dass eine barrierefreie Rampe links am Gebäude vorbei an den Toiletten nicht möglich sei, „weil man sonst zu weit in den Platz hinein muss“, um die vorgeschriebenen sechs Prozent einzuhalten.

Der Anbau, in dem derzeit die Tanzschule Mieter ist, steht, im Gegensatz zum historischen Gebäude, nicht unter Denkmalschutz, wie Hollerbach bestätigt, kann also abgerissen werden. Für eine mögliche Rampe äußert Hollerbach klare Vorstellungen: „Das kann kein Werk aus Stein und Beton sein, sondern etwas aus Metall oder Holz, dass sich klar vom Gebäude selbst abgrenzt.“ Senioren- und Behindertenbeauftragte aus Eutin und dem Kreis bedauern, dass die Umsetzung der Rampe am Hauptportal noch so lange auf sich warten lässt, aber: „Wir sind ja gewohnt, dass es gerade in Sachen Barrierefreiheit oftmals etwas länger dauert.“

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erstellt am 04.Feb.2016 | 04:00 Uhr

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