zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. August 2017 | 18:41 Uhr

Malente : Haselmaus in Gefahr?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Naturschützer machen auf geschützte Tierarten an der Sandkuhle aufmerksam.

Die kleine Kugel, kunstvoll aus trockenen Gläsern geflochten und trotzdem unauffällig, verrät dem Fachmann: In diesem sogenannten Kobel wohnt eine Haselmaus. Der nachtaktive Nager aus der Familie der Bilche ist selten und streng geschützt, wurde von der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild und der Deutschen Wildtier-Stiftung zum Tier des Jahres 2017 ernannt. Und nach Überzeugung von Mitgliedern des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rücksicht genommen werden, wenn an der Sandkuhle neben dem Aldi-Markt insgesamt 45 Mietwohnungen gebaut werden.

Ulf Werner, Dr. Dietmar Bethge und Manfred Matthies luden gestern zum Pressetermin – und machten deutlich: Bei dem Plan des Elmshorner Unternehmens Senmmelhaack, das 15  000 Quadratmeter große Grundstück sowohl mit Reihenhäusern als auch Geschosswohnungen zu bebauen (wir berichteten), müssten geschützte Arten berücksichtigt werden. Davon gebe es mindestens zwei.

Der bepflanzte Wall an der Straße sei Heimat zahlreicher Wildbienen, erklärte Manfred Matthies. Er ist Bienenbotschafter des Projektes „Bienen-Reich Schleswig-Holstein“. Diese Insekten verdienten größten Respekt, sie seien zu 80 Prozent für die Bestäubungen in der Pflanzenwelt veranwortlich – vier mal mehr Pflanzen, als durch Honigbienen bestäubt würden. Und er sei sicher, dass Wildbienen auch in anderen Teilen des Geländes nisteten.

Geschützt sei auch die Haselmaus, ergänzten Werner und Bethke. „Und wir möchten gerne die Gemeinde und die Öffentlichkeit für die Frage sensibilisieren, was es hier noch alles an geschützten Art gibt“, betonte Bethke. Da das Gelände seit vielen Jahren ungenutzt und relativ ungestört sei, gehe er von mehr Tierarten aus, auf die bei den Bauplänen Rücksicht genommen werden müsste.

Aus dem Rathaus, das Bethke schriftlich auf den Konflikt zwischen Naturschutz und Bauinteresse aufmerksam gemacht hat, bekam er Ende vergangener Woche Post: „Die Bürgermeisterin hat mir versichert, dass der Artenschutz im Genehmigungsverfahren eine Rolle spiele.“

zur Startseite

von
erstellt am 18.Apr.2017 | 10:22 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen