Hartmann jetzt alleiniger Burgherr

Die Blomenburg und das Technologiezentrum im Neubau sollen belebt werden Foto: OHA-Archiv: Kuhr
Die Blomenburg und das Technologiezentrum im Neubau sollen belebt werden Foto: OHA-Archiv: Kuhr

Unternehmer ersteigerte gestern im Plöner Amtsgericht das Erbbaurecht für 198 000 Euro / Neuer Anlauf für Arbeitsplätze in Selent

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03. April 2013, 03:59 Uhr

Plön/Selent | Die Blomenburg hat wieder einen alleinigen Burgherren: den Unternehmer Dietmar Hartmann. Gestern hat er im Amtsgericht Plön für 198 000 Euro das Erbbaurecht aus dem Zwang ersteigert. Damit liegt die Zukunft der Blomenburg allein in den Händen von Dietmar Hartmann. Der sagte gestern vor Journalisten, er wolle in einem neuen Anlauf die Büroflächen vermieten und so zusätzliche Arbeitsplätze in Selent schaffen.

Knapp 20 Interessierte verfolgten im Gerichtssaal die von Hartmann und der Sparkasse Südholstein betriebene Zwangsversteigerung des Erbbaurechts. Dietmar Hartmann gehören die Blomenburg, das Kavaliershaus und der Neubau. Allerdings wollten nur wenig Existenzgründer ins Technologiezentrum einziehen - aktuell, so Hartmann, gibt es zehn Mieter. Hartmann selbst hatte die Blomenburg jedoch für Feierlichkeiten geöffnet und damit den Subventionszweck, nämlich die Gründung von Existenzen zur Schaffung von Arbeitsplätzen, unterlaufen.

Dem Wirtschaftsministerium des Landes gefiel das gar nicht. Es fordert nun neun Millionen Euro vom Kreis Plön zurück, der nach einem vom ehemaligen Landrat Volkram Gebel geschlossenen Vertrag mit 80 Prozent beteiligt ist. Jeweils zehn Prozent gehören der Gemeinde Selent und Dietmar Hartmann. Der allerdings meldete für seinen zehnprozentigen Anteil vor Monaten bereits Insolvenz an.

Die Blomenburg Trägergesellschaft hatte ein eingetragenes Erbbaurecht, das bis zum 31. Juli 2027 befristet war. Bis dahin durften die mit knapp sieben Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen hoch subventionierten Räumlichkeiten lediglich als Technologiezentrum genutzt werden. Ein neuer Investor hätte das Technologiezentrum also auch als solches bis dahin betreiben müssen. Nach Ablauf des Erbbaurechts wäre das Gebäude an Dietmar Hartmann gefallen. Dass der Betrieb eines Technologiezentrums nur schwer möglich ist, hat die Vergangenheit gezeigt. So blieb nur Eigentümer Dietmar Hartmann auch bei der gestrigen Versteigerung einziger Bieter für das Erbbaurecht.

Die mit 773 341,80 Euro bezifferte Grundschuld durch den Einbau einer Heizung potentierte sich durch Zinsen auf knapp 1,4 Millionen Euro. Als Grundschuld eingetragen ist auch das Land mit einer Fördersumme von 6 629 407 Euro, die sich durch Zinsen auf mittlerweile neun Millionen Euro erhöhte. Die Gemeinde hatte Grundsteuer B für drei Jahre in Höhe von 18 338,11 Euro gefordert, die Sparkasse Südholstein die 1,4 Millionen und der Insolvenzverwalter den Erbbauzins für den vollen Zeitraum in Höhe von über 700 000 Euro.

"Leider hat bisher die Entwicklung des Technologiezentrums nicht dem gewünschten Ergebnis geführt", sagte Hartmann. Er verbinde mit dem Rückkauf der Nutzungsrechte für die drei Immobilien des Technologiezentrums die Hoffnung, dass mit einem neuen Anlauf die Vermietung der Büroflächen gelinge und zusätzliche Arbeitsplätze in Selent geschaffen würden.

Außerdem, so Hartmann weiter, sollen Veranstaltungen, die in den Räumlichkeiten der Burg einen schönen Rahmen finden, zusätzliche Arbeitsplätze in Selent schaffen. "Die Vergangenheit war für alle Beteiligten sehr bitter", räumte der Unternehmer ein. Sein Ziel sei es, die gewünschte Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Region jetzt - wenn auch verspätet - zu erreichen.

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