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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 23:41 Uhr

EUTIN : Harter Wettkampf der Polizisten

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Rund 50 Beamte aus dem ganzen Land zeigten beim achten Einsatztrainer-Cup der Polizeidirektion, was sie drauf haben.

shz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 14:04 Uhr

Angehende Polizisten lernen in ihrer Ausbildung, was sie im späteren Dienst können müssen. Doch wer frischt dieses Rüstzeug auf? Wer hält die Beamten fit, wenn es um neue Tricks und Kniffe geht, wie Spitzbuben zur Strecke und Amokläufer gestoppt werden können?

Seit 2004 muss jeder Polizist pro Jahr an vier Tagen an einem Einsatztraining teilnehmen. Geübt werden Abwehr- und Zugriffstechniken, der Umgang und Handhabung von Ausrüstungsgegenständen, das Schießen mit Pistole und MPi sowie das Verhalten in besonderen Situationen. Letzteres können Fälle von häuslicher Gewalt sein, aber auch das Anhalten von Fahrzeugen.

Diese umfangreichen Fähigkeiten regelmäßig an Kollegen weiterzugeben, ist Aufgabe von so genannten Einsatztrainern – Polizisten, die besonders geschult ihre Ausbildertätigkeit im Nebenamt ausüben.

„Landesweit gibt es bei der Polizei etwa 250 aktive Einsatztrainer“, sagt Axel Kendzia, Leiter des Fachbereichs Zentrales Einsatztraining bei der Eutiner Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und der Bereitschaftspolizei (PDAFB). Einmal im Jahr messen sich Einsatztrainer der Polizeidirektionen im Norden in einem Wettkampf. Federführend für diesen Einsatztrainer-Cup ist die PDAFB. Gestern fand bereits die achte Auflage dieses Wettstreits statt, an dem sich sieben Polizei-Teams aus Schleswig-Holstein und fünf Gastmannschaften beteiligten. Letztere kamen aus Teilen der Berliner Polizei, vom Zivilen Streifenkommando in Kiel, dem Spezialeinsatzkommando und Eutiner Lehrgangsteilnehmern.

Der Cup solle dazu dienen, den Zusammenhalt unter den Einsatztrainern zu festigen und einen gegenseitigen Austausch zu ermöglichen, so Kendzia weiter. Beim Cup galt es, Aufgaben an 13 Stationen zu bewältigen. Und das möglichst fehlerfrei und schnell, denn für die Teilnehmer ging es um den Gewinn des vom Landespolizeidirektor gestifteten Wanderpokals.

Doch bis dahin war es ein im wahrsten Sinne des Wortes weiter Weg: In Teams von fünf bis sechs Mann mussten die Beamten ihre Fitness unter Beweis stellen – sowohl die physische als auch psychische. Im Wechsel musste beispielsweise an Station 3 ein Polizist versuchen, zwei auseinandergebauten Waffen wieder zusammenzusetzen, während seine Team-Kollegen Runde um Runde auf dem Sportplatz drehten. Im Anschluss mussten Wissensfragen beantwortet werden, für die es – wie für die anderen gezeigten Leistungen – entsprechend Punkte gab.

Im weiteren Verlauf des Parcours, der sich rund um den Kellersee, über Malente bis zum Dieksee erstreckte, musste auch unter Atemschutz ein vernebeltes Labyrinth durchquert werden. Und die Beamten mussten per Schlauchboot eine Strecke im Wasser zurücklegen. Oder eben zielgenau schießen: In der Schießanlage der Polizei in Hubertushöh bestand das Kniffelige jedoch darin, dass einer der Teamkollegen an einem Tisch sitzend in einem Jutesack eine auseinandergebaute Waffe zusammensetzen musste. Erst wenn er das geschafft hatte, ging es für ihn weiter zu den einzelnen Schießübungen.

Auslöser für die Einsatztrainigs waren die ersten Amokläufe in Deutschland im Jahr 2002. Damals musste die Polizeiausbildung auf die neuen Gefahren reagieren. „Die Inhalte verändern sich ständig“, sagt Kendzia und spricht über die Schulungen der Beamten, die vor allem den Kenntnisse der „Kollegen von der Straße“, so Kendzia, auf dem neuesten Stand halten sollen.

Körperlich wie geistig wusste jeder Teilnehmer am Ende des Tages, was er geleistet hatte. Den Wanderpokal holte sich am Ende das Team der Polizeidirektion Kiel vom Vorbesitzer aus Itzehoe – mit nur zwei Punkten Vorsprung vor dem Team aus Neumünster.

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