Amt Ostholstein-Mitte : Harter Kampf um die Stromnetze

Signal der kommunalen Verbundenheit: Die Bürgermeister (v.l.) Peter Zink, Niels Schwarz, Hans-Alfred Plötner, Bodo Willert und Detlev Behrens (r.) besiegelten den Konzessionsverträge mit den Stadtwerke-Chefs Andreas Bünger und Gert-Jürgen Vieweg (2.v.r.). Foto: BU
Signal der kommunalen Verbundenheit: Die Bürgermeister (v.l.) Peter Zink, Niels Schwarz, Hans-Alfred Plötner, Bodo Willert und Detlev Behrens (r.) besiegelten den Konzessionsverträge mit den Stadtwerke-Chefs Andreas Bünger und Gert-Jürgen Vieweg (2.v.r.). Foto: BU

Die Stadtwerke Eutin und Neustadt machen der Eon Hanse in Ostholstein Konkurrenz.

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02. August 2011, 11:04 Uhr

schönwalde | Für die Eon Hanse weht auch in Ostholstein der Wind rauer. Ratekau, Ahrensbök und Süsel erteilten jüngst dem Energieversorger Absagen; gestern haben die fünf Gemeinden des Amtes Ostholstein-Mitte den Stadtwerken Neustadt und Eutin auf 20 Jahre das Recht überschrieben, ihr Straßennetz für die Stromversorgung zu nutzen.

"Der Trend zur Rekommunalisierung der Stromnetze ist eindeutig", sagte Andreas Bünger, Geschäftsführer der Stadtwerke Eutin GmbH, bei der Vertragsunterzeichnung in Schönwalde. Landesweit werde mittlerweile die Hälfte der Bürger durch kommunale Energieversorger bedient.

Auf der anderen Seite meldet die Eon Hanse über 150 Gemeinden als Miteigner ihrer Netzgesellschaft Schleswig-Holstein. Um neue Konzessionsverträge wird überall mit Haken und Ösen gekämpft: Gegen das Vergabeverfahren in Timmendorfer Strand, wo erstmals im Norden auch der RWE-Konzern mitbietet, legte die Eon Hanse Beschwerde beim Bundeskartellamt ein. Umgekehrt muss sich die Eon Hanse nun vor der Bundesnetzagentur gegen Vorwürfe aus Ratekau wehren, sie gebe zu zögerlich Daten über das Stromnetz an die neue Konzessionärin ab, die von den Stadtwerken Lübeck gegründete Regionalnetz Ostholstein Süd GmbH.

Für die Gemeinden Altenkrempe, Kasseedorf, Schönwalde, Sierksdorf und Schashagen lief die alte Bindung an die Eon Hanse in diesem Jahr aus. Auf die Neuausschreibung der Wegenutzungsverträge gaben die Eon-Tochter Netzgesellschaft Schleswig-Holstein, der Zweckverband Ostholstein sowie die Kooperation der Stadtwerke Neustadt und Eutin Angebote ab. Am Ende stimmten alle fünf Gemeindevertretungen für die Offerte der Stadtwerke.

Die neuen Verträge bieten den Gemeinden neben Vergütungen für die Wegenutzung auch Mitsprache- und Beteiligungsrechte. "Die Option, als Gemeinde in den nächsten fünf Jahren Teilhaber der Netzgesellschaft werden zu können, und der regionale Gedanke haben uns überzeugt. Ich gehe davon aus, dass so auch die Übernahme des Stromnetzes für die Gemeinden möglich ist", begründete Peter Zink, Bürgermeister der Gemeinde Altenkrempe, das Votum.

Den Stadtwerken obliege es, die politisch gewollte Energiewende durch dezentrale und regenerative Lösungen zu realisieren, sagte Gert-Jürgen Vieweg, Chef der Stadtwerke Neustadt. Er sicherte den Gemeinden eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zu.

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