Weltweites Schütteln : "Harlem Shake" erreicht Eutin

Weltweit fangen Leute an, chaotisch zu tanzen und Videos davon ins Internet zu stellen. Auch Eutiner Schüler drehten so einen Film.

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16. März 2013, 10:07 Uhr

Eutin | Ein Schütteln geht um die Welt und hat inzwischen sogar Eutin erreicht: Über 13 Millionen Treffer verzeichnet das Videoportal "Youtube" unter dem Stichwort "Harlem Shake". Eines der Videos stammt von acht Schülern der Beruflichen Schule Eutin.

Der Aufbau dieser Videos ist immer gleich: Mehrere Leute befinden sich in einer alltäglichen Situation. Unter ihnen einer, der - meist verkleidet - von den anderen unbeachtet tanzt. Dann wechselt das Bild und nun tanzen alle Menschen auf dem Video, auch sie verkleidet. Wichtigster Bestandteil all dieser Videos ist ein Lied des amerikanischen DJ Harry Rodrigues. Anfang Februar veröffentlichte der Komiker Filthy Frank das erste mit diesem Lied unterlegte Video im Internet - und begründete so ein weltweites Phänomen.

Das nun also auch ins beschauliche Eutin geschwappt ist. Bis hin zum Videokurs der zwölften Klassen des Beruflichen Gymnasiums. Eigentlich drehen die jungen Männer durchaus seriöse Videos zu den Themen "Deutsch-dänische Verständigung" und für einen Wettbewerb zum Thema "Respekt". Doch dann entdeckten sie den Kostümfundus der Schule...

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"Wir hatten im Internet eines der Harlem-Shake-Videos gesehen und dachten uns: Das können wir auch!", erklärt Krystof. Und als die Gruppe wegen des Wetters mit ihren eigentlichen Dreharbeiten nicht weitermachen konnte, wurde der Fundus geplündert und der "Harlem Shake" gedreht.

Die Dreharbeiten selbst dauerten nicht lang. "Wir haben zwei Versionen gedreht und die zweite passte", erinnert sich Tim an die Aufnahmen am 26. Februar. Rund eine Stunde habe es anschließend noch gedauert, um die Rohversion zu schneiden und mit der Musik zu unterlegen. Am gleichen Abend noch stellten die Jungen ihr Video ins Internet. Fast 700 Leute haben es sich dort bereits angesehen. "Mit so vielen Klicks haben wir auf keinen Fall gerechnet", freuen sich die Gruppenmitglieder. Denn: "Wir haben das nicht gemacht, um dazu zu gehören. Sondern einfach aus Spaß", betonen sie.

Während der Aufnahmen seien sie sich schon ein wenig albern vorgekommen, geben die jungen Männer zu. Besonders, da sie keine Musik laufen hatten. "Während die Kamera lief haben wir uns darüber unterhalten, wie lange es denn wohl noch dauert", schildert Marvin.

Negative Reaktionen haben sie bis jetzt noch keine bekommen. "Unsere Eltern finden das Video lustig", sagt Lukas. Glück für die Jungs, denn in Tunesien beispielsweise versuchten Salafisten gewaltsam den Dreh eines solchen als Provokation aufgefassten Videos zu verhindern. Jochen Hinz aber, Leiter des Videokurses, ist ganz begeistert von der Kreativität seiner Schüler. Auch wenn er zugibt, es noch gar nicht gesehen zu haben.

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