Hansapark-Chef: Fehmarnbelt-Tunnel ist ein Geschenk

Wirtschaftsjunioren aus Ostholstein und Dänemark samt Familien trafen sich im Hansapark, wo eine Tagung mit dem Vergnügen des Freizeitparks verknüpft wurde.
Wirtschaftsjunioren aus Ostholstein und Dänemark samt Familien trafen sich im Hansapark, wo eine Tagung mit dem Vergnügen des Freizeitparks verknüpft wurde.

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07. Oktober 2011, 08:34 Uhr

sierksdorf | Eine feste Beltquerung würde die poten zielle Besucherzahl des Hansaparks um 30 Prozent erhöhen. Diese Zahl nannte Christoph Andreas Leicht, Geschäftsführender Gesellschafter des Freizeitparks und Präses der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck, in einer gemeinsamen Tagung von jungen Geschäftsleuten aus Ostholstein, Lolland und Lübeck. In der ging es um die Frage, wie die Region von den Impulsen der Belt-Querung profitieren kann.

Leicht schilderte die Perspektive des Hansaparks auf die Beltquerung, die als Geschenk der Dänen auf die Ostholsteiner zukomme. "Wir stellen uns auf die Effekte der neuen Verbindung ein, denn diese kann Vorteile für uns bringen", so Leicht. Hansapark-Gäste nähmen bis zu zweieinhalb Stunden Fahrzeit in Kauf. In diesem Radius lebten sieben Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr seien rund 1,3 Millionen Besucher in den Freizeitpark gekommen. "Dieses Poten zial können wir durch die Verkürzung der Fahrzeit über den Fehmarnbelt um bis zu 30 Prozent erhöhen."

Das sei allerdings kein Automatismus. Der Hansapark müsse sich wie alle anderen Unternehmen in der Region langfristig auf die Entwicklung vorbereiten. "Wir müssen aktiv sein, investieren, und mehrsprachig aufstellen", betonte Leicht.

Er sei aber vom Erfolg des Belttunnels überzeugt. "Sobald Deutschland und Dänemark am Fehmarnbelt zusammengewachsen sind, will niemand mehr die Querung missen. Es gibt genügend Bauwerke, bei denen es ähnlich war wie zum Beispiel dem Elbtunnel in Hamburg."

"Wir wollen auf keinen Fall Transitland für Gütertransporte werden, sondern wollen Wertschöpfung in die Region holen", betonte Sandra Stötzner, Vorstandssprecherin der IHK-Wirtschaftsjunioren Ostholstein. Am Beispiel des Positionspapiers "Wirtschaftsachse A1" der IHK zu Lübeck und der Handelskammer Hamburg diskutierten die Wirtschaftsjunioren über die Möglichkeiten zur Ausweisung und überregionalen Vermarktung von Gewerbegebieten entlang der Achse Hamburg-Lübeck-Puttgarden. Britta Alsgren, Projektleiterin der JCI Guldborgsund, lobte die Vorbereitungen auf deutscher Seite und sagte, auch in Dänemark gebe es bereits intensive Bestrebungen, die Inseln Lolland und Seeland nachhaltig zu stärken.

Kombiniert wurde die Tagung mit einem Nachmittag im Hansapark, wobei Partner und Kinder der Wirtschaftsjunioren mitgekommen waren. Entscheidend für den Erfolg aller grenzüberschreitender Projekte würden enge Verbindungen und Freundschaften zwischen den Menschen auf beiden Seiten des Fehmarnbelts werden, sagte Johannes Kalläne, Dänemark-Beauftragter der Wirtschaftsjunioren Ostholstein. Seit gut drei Jahren organisiert er Treffen mit den Wirtschaftsjunioren der dänischen JCI Guldborgsund.

Noch seien diese familiären Veranstaltungen etwas Besonderes. "Aber diese enge freundschaftliche Beziehung sollte Nachahmer finden, damit Deutsche und Dänen in der Fehmarnbelt-Region mehr Gemeinsamkeiten entfalten und eine gemeinsame Identität entwickeln", hofft Kalläne.

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