Unseriöse Geschäftspraktiken : Handwerkskammer warnt vor "Adressbuchschwindel"

Seit Jahren warnt die Handwerkskammer Lübeck vor unseriösen Geschäftspraktiken, mit denen auf dreiste Art und Weise versucht werden soll, Handwerksbetriebe zum Abschluss von Verträge zu bringen.

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16. Juli 2012, 11:15 Uhr

Lübeck | In den aktuellen Fällen geht es um den "Klassiker des Adressbuchschwindels". Dazu Ulf Grünke, Pressesprecher der Handwerkskammer Lübeck: "Jetzt in den Sommermonaten häufen sich wieder die Fälle, bei denen Handwerksbetriebe zu Vertragsabschlüssen mit Branchen-, Adressbuch- oder Anzeigenverlagen gebracht werden sollen".

Derzeit handelt es sich um ein Schreiben der "Gewerbeauskunft-Zentrale.de". Hierbei erhalten die Betriebsinhaber Formulare zugesandt, die nach ihrem äußeren Erscheinungsbild wie ein Korrekturabzug der "Gelben Seiten" gestaltet sind. Äußerlich sehen diese Schreiben, Telefaxe oder E-Mails so aus, als ob der Betriebsinhaber mit seiner Unterschrift die Betriebsdaten für ein öffentliches Register bestätigen würde.

Erst bei genauerem lesen des Kleingedruckten zeigt sich, dass es sich um ein Angebot zum Vertragsabschluss für eine kostenpflichtige Eintragung in ein Branchenverzeichnis handelt.
"Methoden sind leider nicht neu"

Die Handwerkskammer Lübeck warnt davor, derartige Anschreiben ungeprüft zu unterschreiben. Grünke: "Diese Methoden, Handwerksbetriebe zum Abschluss von Verträgen zu bringen, sind leider nicht neu. In der Regel ist völlig offen, ob und wenn ja, welche Gegenleistungen der Betrieb überhaupt nutzen kann."

Die Handwerkskammer Lübeck leitet ihr bekannt gewordene Fälle an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. weiter, der dann rechtliche Schritte gegen die entsprechenden Anbieter einleiten kann.

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