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Ostholsteiner Anzeiger

23. Oktober 2017 | 05:20 Uhr

Handwerker restaurierten eine Gruft

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

von
erstellt am 30.Aug.2013 | 00:31 Uhr

Die Anekdote, dass der vor 202 Jahren verstorbene Georg Friedrich August von der Wense in der Gruft auf dem Alten Friedhof in der Eutiner Straße mit seinem Pferd beigesetzt worden sei, kann jetzt unter die Rubrik Mären und Mythen abgelegt werden. Denn bei der Sanierung des Gruftdeckels wurden nur die Gebeine des in seiner Zeit bedeutenden Juristen aus dem Hannoverschen gefunden.

Zum Fertigstellungstermin hatte Friedhofleiter Ulrich Möller einen Nachfahren des Verstorbenen eingeladen. Der 87-jährige Ernst-August von der Wense ist der Historiker seiner Familie und wusste viel über seinen Vorfahren zu berichten. Der am 29. Juni 1745 im Kreis Celle geborene Georg Friedrich August gehörte der zwölften Generation derer von der Wense an. Bereits im Alter von 40 Jahren wurde der Jurist zum Vizepräsidenten des Oberappellationsgerichts in Celle ernannt. Nach politischen Veränderungen reichte er 1810 seinen Abschied ein.

Bei einem Besuch seiner Tochter Wilhelmine Henriette von Ahlefeld-Olpenitz starb Georg Friedrich August von der Wense am 26. September 1811 in Plön. Er wurde als zweiter Verstorbener am 2. Oktober 1811 auf dem Friedhof an der Eutiner Straße beigesetzt.

Etwa in den 1980er Jahren fiel der Deckel der Gruft ein. Die damalige Friedhofsverwaltung, die sich der Pflege der Grabstelle angenommen hatte, pflanzte Dornenbüsche, damit keiner den Bereich betrat. Die Idee der Sanierung sei 2008 gefallen, erzählte Friedhofsverwalter Ulrich Möller. Die Arbeiten wurden 2011 von den Plöner Betrieben Natursteine und Grabmäler Markus Werner und Bauunternehmen Horst Carstensen übernommen.

„Wir brauchten nur das Material zahlen, die Arbeitszeiten wurden von den Betrieben übernommen“, dankte Möller den Unternehmern, die jeweils zu dritt freie Kapazitäten für die Sanierung nutzten. Rund 400 Stunden haben sie insgesamt dafür aufgewandt. Zunächst wurden die Einzelteile des sieben Quadratmeter großen Deckels wieder zusammengefügt. Außerdem wurde die vom Wetter fast gänzlich zum Opfer gefallene Inschrift auf eine Marmorplatte, die vor der Gruft zu finden ist, kopiert. Zur Stabilisierung wurde zudem eine Platte gegossen, um die drei Quadratmeter große Gruftöffnung zu verschließen.

Da die Maße des Deckels nicht mit der Öffnung übereinstimmten und auch die Ornamente nicht in die Zeit passten, liegt die Vermutung nahe, dass der Deckel vom Nikolai-Friedhof stammt und nachträglich aufgebracht wurdfe, sagte Ulrich Möller. Er betreut auf dem Alten Friedhof drei Gruften, von denen eine – die Bremer Gruft – ein Friedhofsdenkmal ist.


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