Handballer auf dem Wasser

Christian Sach am Ruder beim Höhenflug mit den Lemgoer Handballern (von links) Marcel Niemeyer, Jens Bechtloff und Arjan Haenen.
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Christian Sach am Ruder beim Höhenflug mit den Lemgoer Handballern (von links) Marcel Niemeyer, Jens Bechtloff und Arjan Haenen.

Bundesligist TBV Lemgo unternahm einen Segeltörn im Katamaran mit Christian und Helge Sach

shz.de von
14. Mai 2015, 11:35 Uhr

Die Tugenden des Segelsports wie Teamgeist, Motivation, Naturverbundenheit und vieles mehr werden gerne disziplinübergreifend genutzt. Also dachten sich die Bundesligahandballer des TBV Lemgo im Abstiegskampf: Raus aufs Wasser! Trainer Florian Kehrmann, Weltmeister von 2007, dirigierte den Kader nach Travemünde, wo der Zehn-Meter-Katamaran M32 der Brüder Helge und Christian Sach aus Zarnekau für Höhenflüge sorgen sollte. Frischer Ostwind ließ die Handballprofis regelrecht abheben.

„Wahnsinn, das ging gigantisch ab und hat riesigen Spaß gemacht“, sagte Nationalspieler Finn Lemke anschließend: „Mit 60 Sachen außen auf dem Wing hängen wir Landratten ja nicht alle Tage.“ Auch für den 2,10-Meter-Mann war der Ausleger des Zweirumpfboots, der schnell drei, vier Meter über der Wasseroberfläche schwebte, ungewohntes Gebiet. „Doch die Jungs hatten sich ruckzuck akklimatisiert und mussten sofort mit anpacken“, sagte Helge Sach, bei dem Mitsegeln üblicherweise heißt: „Ran an die Schoten!“ Jeweils eine Stunde lang in Dreier-Gruppen setzten und bargen die Ballsportler Gennaker, sie ließen Schwerter rauf und runter und trimmten die Segel. „Das ist ja keine Butterfahrt“, meinte Christian Sach mit einem Augenzwinkern. Er stellte fest, dass die Bundesligahandballer sehr fit seien und die ungewohnten Anforderungen gut gemeistert haben.

Für Kehrmann kam der Ausflug von Ostwestfalen an und auf die Ostsee in der vierwöchigen Spielpause vor den entscheidenden vier Begegnungen um den Verbleib in der Bundesliga gerade richtig. „Ich wollte mit der Mannschaft unbedingt nochmal raus aus dem Trainingstrott“, sagte der Coach. Er sei sich sicher, dass das Erlebnis seiner Mannschaft Rückenwind gegeben hat. „Vier Punkte brauchen wir wohl noch.“ Morgen, also am 16. Mai, geht es für sein Team in der Bundesliga weiter, ausgerechnet gegen den frischgebackenen Pokalsieger aus Flensburg.

Eingefädelt hatte den Törn der Handballer TBV-Beiratsmitglied Herbert Vogel. Er ist Vorstandsvorsitzender der „itelligence AG“ aus Bielefeld, Sponsor der Lemgoer und des Sach-Teams. Sein Unternehmen nutzt den Segelsport nicht nur als Werbeplattform, sondern auch immer wieder für besondere Angebote für Kunden und das eigene Management. „Besser lassen sich Führungsstärke und Zuverlässigkeit nicht demonstrieren und trainieren“, meinte Vogel nach dem Törn.

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