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Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 14:54 Uhr

Handball-Feiertag in der Sieverthalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau und die HSG Holsteinische Schweiz boten rund 300 Zuschauern am Sonnabend in Eutin sehenswerten Handballsport

shz.de von
erstellt am 23.Jul.2017 | 19:23 Uhr

Mitten im Juli genossen die Handballer der HSG Holsteinische Schweiz einen Handball-Feiertag. Zweitligist VfL Lübeck-Schwartau stellte sich in der Sieverthalle vor – und zeigte gleich, dass er nach anstrengenden Ausdauer- und Krafteinheiten in der ersten Trainingswoche „heiß“ auf den Ball war. Zwar hatten die Gastgeber vor rund 300 Zuschauern Anwurf und trugen auch den ersten Angriff vor, doch nach der Balleroberung zeigten die Gäste, was sie können. Torwart Dennis Klockmann spielte den langen Pass über das gesamte Spielfeld, Thees Glabisch fing den Ball in vollem Lauf und fetzte ihn von Linksaußen am machtlosen HSG-Torhüter Tim Schneider vorbei zum 1:0 ins lange Eck. Letztlich setzte sich der VfL standesgemäß mit 40:18 (21:7) Toren durch – aber das nackte Ergebnis war für alle Beteiligten Nebensache.

Seine Mannschaft habe in den ersten zehn bis 15 Minuten viel Respekt gezeigt, meinte HSG-Trainer Stefan Risch: „Aber dann haben die Spieler die Nervosität abgelegt und auch ein bisschen Handball gezeigt.“ Die Gastgeber wurden mutiger, suchten den Abschluss – und erfuhren am eigenen Leib, warum Dennis Klockmann zum Saisonende als bester Torwart der 2. Handball-Bundesliga ausgezeichnet worden war. Wohin die Ostholsteiner auch warfen, Klockmann war schon da. „Meine Jungs haben große Augen gekriegt, bei dem , was Dennis Klockmann gehalten hat.“

Der VfL Lübeck-Schwartau nutzte den Test in Eutin, um sich auf ein Vorbereitungsturnier in Hamburg vorzubereiten, das sie gestern gespielt haben. In der Sieverthalle genossen die Lübecker die Abwechslung, die ihnen das Spiel bot. „Für uns ist es sehr wichtig, dass wir uns in der Region präsentieren können. Es ist toll, dass es geklappt hat“, sagt Trainer Torge Greve, der sich freute, dass die HSG zum Testspiel in der ersten Vorbereitungsphase auf die Saison bereit war. Auf dem Spielfeld legten die Gastgeber die Scheu ab – und das Publikum feuerte die Mannschaft an. Es gab respektvollen Applaus für die Treffer des VfL, aber die Tribüne bebte beinahe, als die HSG nach neuneinhalb Minuten ihr erstes Tor erzielte.

Beide Mannschaften gingen mit vollem Tempo, aber auch der gebotenen Vorsicht zu Werke, es gab keine üblen Fouls, das souveräne Schiedsrichtergespann Ole Greuel und Christian Riepold vom TSV Kronshagen hatte keine Mühe mit der Spielleitung, beließ es bei drei gelben Karten gegen die Gastgeber. Die Chemie zwischen den beiden Teams stimmt. In der vergangenen Saison habe die HSG für eine Trainingsseinheit die Sieverthalle zur Verfügung gestellt und habe dem VfL so geholfen, als der ein Hallenproblem gehabt habe, sagte Torge Greve. ‚Als erster Aufgalopp mit dem Ball war das heute ein ganz guter Auftakt“, beurteilte Greve die Leistung seines Teams.

Stefan Risch hatte nach dem Abpfiff Grund zum Strahlen: „Für uns war das ein tolles Erlebnis! Das war eine klasse Geschichte. Ich hoffe, dass das auch ein bisschen Motivation für die neue Spielzeit gibt.“ In der Schlussphase fing auch die HSG an, zu zaubern. Dabei gelangen Martin Fürst zwei sehenswerte Treffer von der Rechtsaußenposition, als er den Ball ins lange Eck zwirbelte. Absoluter Höhepunkt war ein doppelter Kempa-Trick, mit dem Fynn Sager und Fabian Buck fünf Minuten vor Schluss das 14:36 markierten. Und auch das 15:37 war spektakulär, nach einem langen Anspiel von Tim Schneider hämmerte Sören Grage den Ball an die Latte, den Abpraller versenkte Jan Kunert eiskalt. Martin Fürst freute sich über seine Tore: „Es ist Wahnsinn. Wenn man vor so einem Torwart steht, hat man natürlich viel Respekt. Man fragt sich: Wie reagiert der Torwart, denn der ist solche Dinger gewohnt?“ Der VfL habe nur wenige Würfe zugelassen. Martin Fürsts Urteil: „Der VfL Lübeck-Schwartau ist eine tolle Mannschaft, für uns ist das eine gute Erfahrung, das ist wirklich klasse!“ Der HSG-Vorsitzende Horst-Peter Arndt verfolgte das Geschehen aus nächster Nähe, er begleitete die Partie am Kampfrichtertisch. Das Spiel sei einer der Höhepunkt der kommenden Spielzeit gewesen: „Der VfL Lübeck-Schwartau hat in Eutin eine hervorragande Visitenkarte hinterlassen.“

Stefan Risch sagte nach dem Schlusspfiff: „Der VfL Lübeck-Schwartau ist hier ganz toll aufgetreten.“ Er wies auf das Spielfeld, auf dem die Zweitligahandballer umringt von kleinen Handballerinnen und Handballern unermüdlich Autogramme schrieben. Der Alltag beginnt für die Landesligahandballer der HSG Holsteinische Schweiz in der kommenden Woche, dann steht für sie der Start in die Saisonvorbereitung an.

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