Gemeinde Bosau : Halb Wöbs von der Welt abgetrennt

Nur die Handys sorgen für telefonischen Kontakt bei den Landwirten Hans-Dietrich (links) und Henner Schmidt aus Wöbs. Michael Kuhr
Nur die Handys sorgen für telefonischen Kontakt bei den Landwirten Hans-Dietrich (links) und Henner Schmidt aus Wöbs. Michael Kuhr

Seit mehreren Tagen schon sind Telefone und Internetanschlüsse ohne Funktion / Gestern begann in Hutzfeld die Reparatur der Leitung

von
23. Januar 2015, 04:30 Uhr

Ohne Telefon und Internet geht heute kaum noch etwas. Und wenn beides einmal ausfällt, dann „geht auch schnell die Welt unter“. So in diesen Tagen in Wöbs. 30 bis 40 Haushalte, so die Schätzung von Hans-Dietrich und Henner Schmidt, sind bis gestern Abend bereits seit fast einer Woche ohne Telefon und Internet.

Offenbar haben mehrfache Anrufe der betroffenen Wöbser bei der Störungsstelle des Netzbetreibers Telekom geholfen. Gestern Nachmittag nahmen Messtechniker und eine Tiefbaufirma am Ortsausgang von Hutzfeld nach Wöbs die Arbeiten auf. Ob die Leitung gestern wieder funktionierte, stand bis Redaktionsschluss nicht fest. Die Mitarbeiter vor Ort gaben keine Auskunft. Nach OHA-Informationen soll eine Lötstelle im Erdreich fehlerhaft sein. Das kann durch die Feuchtigkeit der vergangenen Wochen entstanden sein.

„Zuerst wurde am Freitag das Internet immer langsamer und dann brach die Leitung zusammen“, erinnerte sich der 62-jährige Landwirt Hans-Dietrich Schmidt. Später am Freitag sei dann auch das Telefon ausgefallen. „Die Leitung an der Biogas-Anlage hielt noch bis Montag“, erinnerte sich Sohn Henner. Und die sei enorm wichtig, weil so Störungen der Anlage schnell bekannt würden und es könne gehandelt werden. Aber auch Probleme bei der Klimasteuerung der Schweinemast oder bei Stromausfall würden über die Datenleitung per Internet gemeldet. „Wenn jetzt etwas passiert, dann bekommen wir es erst viel später mit“, sagte Henner Schmidt.

Sowohl der 24-Jährige als auch sein Vater hätten schon am Wochenende den Störungsdienst der Telekom davon in Kenntnis gesetzt – andere betroffene Bewohner des Dorfes übrigens auch. Und das sogar mehrfach. „Bei uns ist das halbe Dorf von der Welt abgetrennt“, ärgerte sich Henner Schmidt und aktivierte einen Hotspot für sein Handy.

Hans-Dietrich und Henner Schmidt schüttelten über unterschiedliche Angaben am Servicetelefon der Telekom gestern im OHA-Gespräch den Kopf. Einem Mitarbeiter sei der Fehler bereits bekannt gewesen, einem anderen einen Tag später wieder nicht. Ein avisierter Außendienstmitarbeiter des Störungsdienstes der Telekom sei nicht bei den Schmidts in Wöbs angekommen. Vater und Sohn hatten lediglich gehört, dass Anfang der Woche am Telefon-Verteilerkasten in Hutzfeld gearbeitet wurde – allerdings bis gestern ohne spürbaren Erfolg. „Wir werden einfach im Ungewissen gelassen“, beschweren sie sich.

„Die Störung ist uns bekannt und an der Beseitigung wird bereits gearbeitet“, sagte Telekom-Sprecherin Alexandra Kullak gestern dem OHA. Es handele sich bei dem Problem in Wöbs um eine lokale Kabelstörung, die lediglich den Wöbser Weg betreffe. Meßtechniker und die Tiefbaufirma seien vor Ort und würden den Schaden schnellstmöglich beheben.

„Leider können wir solche Kabelstörungen nicht per Knopfdruck beheben“, bedauerte Alexandra Kullak. Zunächst müsse der Fehler durch Messungen lokalisiert werden, da das Kabel im Boden liege und nicht frei zugänglich sei.

Anschließend werde mit den notwendigen Tiefbaumaßnahmen begonnen. Kullak: „Je nach Kabelschaden dauern die Arbeiten auch unterschiedlich lange.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen