Plön : Haftstrafe für Raubüberfall

Letzte Chance nicht genutzt: Das Plöner Jugendschöffengericht verurteilte einen 20-Jährigen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft wegen Raubes und Körperverletzung.

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18. Oktober 2011, 12:48 Uhr

Plön | Ihm wurde vorgeworfen, am 29. Mai in Elmshorn erst einem Mann das Portmonee gestohlen zu haben. Kurz darauf soll er, gemeinsam mit einem Komplizen, vor einer Sparkasse einen weiteren Mann überfallen haben. Der 51-Jährige, der gar kein Geld bei sich hatte, erlitt einen offenen Armbruch und kann bis heute nicht wieder richtig greifen.

Eine Besonderheit im Jugendstrafrecht führte dazu, dass die Tat am Wohnort des Angeklagten verhandelt wurde und nicht in Elmshorn.

Bereits im Juli stand der Plöner wegen Raub vor Gericht und war nur aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. "Seien Sie gewarnt: So ein Ding können Sie nicht noch einmal abziehen", hatte der Richter ihm damals mit auf den Weg gegeben. Der Rat kam zu spät, zu diesem Zeitpunkt saß der junge Mann bereits wegen der gestern verhandelten Anklagepunkte in Untersuchungshaft.

Im Wesentlichen stimmten die Vorwürfe, gab der Angeklagte zu. Er habe nach einer durchfeierten Nacht erst am Elmshorner Bahnhof einem Mann das Portmonee mit 150 Euro gestohlen und später versucht, mit dessen EC-Karte Geld an einem Automaten zu holen. In der Bank hätten er und ein Freund dann das Opfer gesehen. Dass sein Freund das Opfer vor der Bank vom Fahrrad riss und ihn bestehlen wollte, sei nicht geplant gewesen. Trotzdem habe er mitgemacht und den Mann getreten. Vielleicht auch gegen den Kopf. Daran könne er sich nicht erinnern. "Es hört sich vielleicht wie eine blöde Ausrede an, aber ich war ziemlich betrunken."

Nach einer Unterbrechung und einem intensiven Gespräch mit seinem Verteidiger kam die Erinnerung dann jedoch zurück. "Es war abgemacht, dass mein Freund ihn vom Rad holt und ich das Portmonee", gab der 20-Jährige zu. "Ich habe mich mitreißen lassen, weil mein Freund auch geschlagen hat", fügte er hinzu.

Während der Verteidiger eine zweijährige Bewährungsstrafe und der Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft verlangten, ging der Richter in seinem Urteil darüber hinaus. Aus pädagogischen Gründen verurteilte er den Plöner zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft. Darüber hinaus muss der Angeklagte 4000 Euro Schmerzensgeld an sein Opfer zahlen.

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