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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 04:38 Uhr

Haben Schulnoten eine Zukunft?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Volksinitiative der FDP fordert für die Grundschüler eine Kombination aus Noten und Bericht in den Zeugnissen

„Noten alleine sind nicht immer gerecht, aber Berichtszeugnisse alleine sind es auch nicht“ – unter diesem Motto haben der Landesvorsitzende der FDP, Dr. Heiner Garg, und die Landtagsabgeordnete Anita Klahn Ende Januar die Volksinitiative „Pro Noten in der Grundschule“ gegründet. Für ein erstes Fazit folgte Anita Klahn Dienstagabend einer Einladung der FDP-Ortsverbände Plön und Ascheberg und stellte die Volksinitiative interessierten Bürgern in Plön vor. Nur 15 Personen folgten dieser Einladung, aber alle unterstützten das Ziel der Initiative.

„Mit der Verordnung für Zeugnisse an Grundschulen in Schleswig-Holstein vom August 2014 ist eine Abschaffung verbindlicher Ziffernoten in den Klassenstufen 3 und 4 möglich. Die jeweiligen Schulkonferenzen, bestehend aus Eltern und Lehrern, können nun selbst darüber entscheiden, ob sie weiterhin Notenzeugnisse mit einem ergänzenden Bericht erteilen oder ausschließlich auf eine Leistungsbewertung in Form eines Berichts zurückgreifen wolle“, erläuterte Anita Klahn den Hintergrund der Volksinitiative.

Ausschlaggebend für eine Entscheidung sei aber nur die Stimmen der Lehrer, sie allein könnten gegen oder für Noten entscheiden, berichtet die bildungspolitische Sprecherin der Liberalen weiter. 90 Prozent, mehr als 400 Grundschulen in Schleswig-Holstein, verteilten aktuell weiter Noten in den 3. und 4. Klassen.

Um einen Verlust des Leistungsprinzips zu verhindern und den Erhalt verbindlicher Ziffernoten zu sichern, fordern die Mitglieder von „Pro Noten in der Grundschule“ eine Änderung in Paragraf 16 des schleswig-holsteinischen Schulgesetzes. „Wir befürworten den Zusatz, dass die Zeugnisse an Grundschulen in der 3. Und 4. Klassenstufe als Notenzeugnisse mit schriftlicher Ergänzung erteiltet werden sollen“, sagt Grundschullehrer und FDP-Vorsitzender des Ortsverbandes Plön, Dirk Meußer. Gemeinsam mit dem Ortsvorsitzenden der FDP in Ascheberg und Berufsschulleiter Jörn Krüger hatte er zu der Infoveranstaltung geladen.

„Nur durch eine Kombination von Ziffernoten und einer textlichen Bewertung ist eine transparente Bewertung der schulischen Leistungen der Kinder möglich“, fasst Anita Klahn die Überzeugung der Volksinitiative-Befürworter zusammen. Noten lieferten eine klare Aussage und eine Einordnung der Leistungen der Schüler. Im ergänzenden Bericht könnten Besonderheiten wie Stärken des Kindes genannt werden, fügt sie hinzu. „Durch die Noten lernen Schüler auch mit Frustration und Misserfolgen umzugehen. Berichte allein sind nicht ausreichend, denn dort lässt sich der Hinweis auf Schwächen leicht verstecken“, ergänzte Berufsschullehrer Jörn Krüger.

Damit sich der Landtag mit der Volksinitiative „Pro Noten in der Grundschule“ beschäftigen muss, werden 20  000 Unterschriften innerhalb eines Jahres gebraucht. Seit Anfang Februar sammeln FDP-Mitglieder Unterschriften. „Bis jetzt haben wir 1300 Zustimmungen erhalten. Das ist bereits ein großer Erfolg“, findet Anita Klahn, die zuversichtlich ist, dass sich eine Gesetzesänderung erreichen lässt.

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erstellt am 18.Mär.2015 | 12:04 Uhr

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