Rettberg-Kaserne : Gute Chance für Verbleib der Aufklärer

Reformüberlegungen sprechen für Eutiner Standort

Avatar_shz von
22. Februar 2011, 11:09 Uhr

eutin | Offiziell, so die Beteurungen aus Berlin, kann sich kein Bundeswehrstandort in Sicherheit wiegen. Doch "hinter den Kulissen" gibt es Hinweise, dass die Rettbergkaserne in Eutin gute Aussichten hat, im Zug der Bundeswehrreform zu überleben.

Ganz wichtig für die Zukunft Eutins als Garnisonsstandort: Überlegungen, die Aufklärungseinheiten des Heeres zu stärken und aus Bataillonen größere Regimenter zu machen, gibt es nicht mehr. Das Aufklärungsbataillon 6 "Holstein" hat fünf Kompanien mit rund 850 Dienstposten. Die Rettbergkaserne als Domizil wäre für ein Regiment, das mindestens sieben Kompanien hat, wahrscheinlich zu klein.

Unterdes gehen die Überlegungen in Berlin in die Richtung, die Bundeswehr in nur noch sechs Heeresdivisionen zu gliedern und jeder Division ein Aufklärungsbataillon zu geben. Aktuell gibt es in Deutschland fünf Aufklärungsbataillone, danach müsste ein sechstes neu aufgestellt werden.

Vor diesem Hintergrund würde es keinen Sinn machen, für die vorhandenen Bataillone eine Standortverlegung vorzunehmen. Also blieben die Aufklärer der Eutiner Rettbergkaserne erhalten.

Die Bildung eines weiteren, sechsten Aufklärungsbataillons, soll allerdings mit Truppenabbau an mehreren Standorten einher gehen: Zusätzlich zu den fünf Bataillonen gibt es fünf selbstständige Aufklärungskompanien, zum Beispiel die Aufklärungslehrkompanie 90 in Munster oder die 210 in Augustdorf. Diese Kompanien würden zugunsten eines neuen Bataillons aufgelöst.

Zu betonen ist: Diese Überlegungen können schon morgen ihre Gültigkeit verlieren, wenn der Reformprozess einen Kurswechsel nimmt. Der könnte zum Beispiel mit der hartnäckigen Forderung aus dem Finanzressort nach mehr Einsparungen bei der Bundeswehr eintreten. Insofern bleibt Unsicherheit, bis das Verteidigungsministerum offizielle Standort-Entscheidungen bekannt gibt. Bis Mitte dieses Jahres werden die Betroffenen weiter auf die Folter gespannt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen