Gut Schönweide wird ein Gestüt

Das Gut Schönweide  ist auf dem Weg, ein Gestüt zu werden.
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Das Gut Schönweide ist auf dem Weg, ein Gestüt zu werden.

Pläne der neuen Eigentümer wurden gestern beim Neujahrsempfang in Grebin vorgestellt / Klaus Pentzlin kündigt Rückzug an

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21. Januar 2018, 14:31 Uhr

Der parteilose Grebiner Bürgermeister Klaus Pentzlin (kleines Foto) tritt nicht mehr an. Er werde auch nicht für den Gemeinderat kandidieren, erklärte der 58-Jährige, der am 6. April 2017 gewählt worden war, gestern beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Grebiner Krug und nannte persönliche Gründe für die Entscheidung: „Ich bin beruflich überlastet“, räumte der Lohnunternehmer ein. „Es war mein Ziel, ein Jahr hier Ruhe rein zu bringen, damit Frieden in der Gemeinde ist. Der Zusammenhalt auf den Dörfern ist das Höchste, was wir erreichen können. Jetzt kann ich sagen, es läuft. Alle ziehen an einem Strang, die Bissigkeit ist vom Tisch.“ Es brauche Leute, die sich dafür einsetzten, forderte Pentzlin dazu auf, mitzuarbeiten, um die Gemeinde voranzubringen.

Die Zukunft des Gutes Schönweide, dessen Schloss am 30. April 2000 abgebrannt und durch ein Herrenhaus ersetzt worden war, bildete das zentrale Thema in der gut besuchten Versammlung. Pentzlin und der Gemeinde- und Amtswehrführer Gerhard Manzke (57), die beide einst auf dem Gut gewohnt haben, führten in Lichtbildern in die Geschichte zurück und gaben einen Ausblick auf die Pläne der neuen Eigentümer. Vor einem Jahr haben die Investoren, das Unternehmerehepaar Alexandra (50) und Adrian Gasser (75) aus der Schweiz, das 230 Hektar große Anwesen von Jürgen Bode erworben und planen den Um- und Ausbau zu einem Gestüt. Bauanträge für das Herrenhaus seien gestellt, eine Bauvoranfrage sei positiv entschieden worden, erläuterte Pentzlin.

„Sie haben sich in die Gegend verliebt und wollten eigentlich Hohenschmarck kaufen, haben sich dann aber für Schönweide entschieden.“ Der Reitplatz sei schon fertig, vorhandene Stallungen sollen parallel zu Neubauten umgebaut werden, beschrieb er die Entwürfe. Geplant seien Reithallen, authentisch Stein auf Stein aufgebaut, eine Hengststation im Torhaus und ein „Casino“, schweizerisch für „Kantine“, wo die 15 bis 20 Mitarbeiter verpflegt werden.

Das Gut gehörte bis 1675 den Rantzaus. Es folgten wechselnde Besitzer, bis 1813 Pentzlins Ururgroßvater, Levin von Hollen, Haus und Hof erwarb. Im Laufe der Zeit wurden ein Turm und zwei Seitenflügel angebaut. Pentzlins Geburtshaus, die Alte Meierei, steht noch. Die Gebäude verfielen in dem Maße, wie die Landwirtschaft zurückgeführt wurde.

Gerhard Manzke, der 1972 nach Schönweide zog, weil sein Vater Hausmeister auf dem Gut war, erinnerte sich an eine Erbsendreschmaschine und eine Putenzucht. Verwalter kümmerten sich, bis Karl Ludwig von Hollen das Land an Gut Rixdorf und den Hof an Jürgen Bode verkaufte. Ihm verdankte das Schloss seinen gelben Anstrich. Eine Scheune sei in Molfsee wiederaufgebaut worden, erzählte Manzke. Im Keller des Schlosses, der vom Brand verschont wurde, habe man alte Zeichnungen in einem Archiv gefunden. Später wurde der Bau abgerissen.

In einer Vorschau auf 2018 war der hohe Wasserverlust, den offenbar kein Leck verursache, ein Thema. Man wolle der Ursache mit ortsweiser Kontrolle der Zähler auf die Spur kommen, sagte Pentzlins Stellvertreter Joachim Burgemeister Die Entwicklung des Mühlencafés, der Haushalt, ein Ortsentwicklungsplan mit Ertüchtigung der Bushaltestelle und der Erhalt des Krugs seien weitere Aufgaben. Für 275 000 Euro leiste man sich ein neues Feuerwehrfahrzeug.

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