Malente : Günter Timm ist neuer Schützenkönig

Seine Schützenbrüder hoben den neuen König Günter Timm nach dem entscheidenden Schuss spontan in die Höhe.
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Seine Schützenbrüder hoben den neuen König Günter Timm nach dem entscheidenden Schuss spontan in die Höhe.

Zum stählernen Herz des Vogels, das er mit dem 84. Schuss zu Boden beförderte, hat der 52-jährige Rohrinstallateur ein ganz besonderes Verhältnis.

shz.de von
09. August 2011, 12:16 Uhr

"Jetzt ist es passiert." Das war der erste Satz, der Günter Timm durch den Kopf schoss, als er gestern Abend nach seinem Königsschuss am Schießstand des Malenter Schützenvereins wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. 2008 war er zwar schon einmal angetreten und dabei Hans-Werner Kahmke unterlegen. Doch an einen weiteren Versuch hatte der 52-Jährige keinen Gedanken verschwendet. Bis das Königsschießen unmittelbar bevorstand.

Weil sich - zunächst - keine Bewerber fanden, sprang Timm in die Bresche. Kein Wunder, dass seine Frau Johanna nach dem erfolgreichen Schuss ziemlich baff war: "Ich bin völlig überrascht. Gestern war das noch kein Thema", gestand sie, freute sich aber genauso wie ihr Mann. "Das wird bestimmt ein schönes Jahr", blickte sie auf die bevorstehenden Freuden und Pflichten, die das Königspaar nun erwarten.

Das stählerne Herz, das er schließlich mit dem 84. Schuss zu Boden beförderte, kennt Timm dabei ganz genau. Der gebürtige Barmstedter hat es vor einigen Jahren selbst mit angefertigt, weil das alte Herz schwä-chelte - handwerklich kein Problem für den Rohrinstallateur, der in Hamburg arbeitet. Allerdings bestritt Timm, dass ihm das Wissen um das rot lackierte Herz einen Vorteil verschafft hätte. Denn entscheidend sei die Befestigung am Vogel - und die sei nur wenigen Eingeweihten um Vogelbauer Lothar Girndt bekannt.

Nachdem zunächst niemand König werden wollte, fanden sich schließlich gleich fünf Bewerber - neben Timm waren dies Wolfgang Steffen, Rolf Jürgens, Karl-Heinz Muxfeldt und Jens Albrecht. Die Schützen traten ziemlich verspätet an, da sich die Vogel in diesem Jahr als ziemlich zäh erwiesen hatte, wie Wolfgang Kienle als stellvertretender Bürgermeister feststellte. Kienle strich die Verdienste des Vereins heraus: "Sie als Schützenverein leisten immer wieder Außergewöhnliches." Das gelte nicht nur für das Schützenfest, sondern auch in sportlicher Hinsicht.

Für ihre Verdienste würdigte der Verein Lothar Arndt und Horst Greggersen. Arndt erhielt die silberne Ehren- und Verdienstnadel, Greggersen wurde zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. Elf Jahre war er im Vorstand aktiv, erst im April dieses Jahres legte er den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen nieder. Tochter Maren Pribbenow und Vereinsvorsitzender Karl-Heinz Berg überreichten Greggersen die Ehrenurkunde.

Mit den neuen Majestäten wurde auch das neue Gefolge inthronisiert. Günter und Johanna Timm werden unterstützt von Schützenliesel Nicole Kempowski, Günter Krützfeld (Erster Ritter), Karin Falkenberg (Zweiter Ritter), Spaßkönig Oliver Tews und dem aus Thüringen stammenden Kurgastkönig Sven Hamburger. Jugendkönig wurde Niklas Woisin, im Vorjahr noch Zweiter Ritter. Ihm zur Seite stehen der Erste Ritter Frederik Albrecht und der Zweite Ritter Jill-Bastienne Flor.

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