Gülle-Anlage wird überprüft

Ob in den Tanks der einstigen Biogas-Anlage weiter Gülle gelagert werden kann, wird heute durch Vertreter von Kreis und Landesamt überprüft.
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Ob in den Tanks der einstigen Biogas-Anlage weiter Gülle gelagert werden kann, wird heute durch Vertreter von Kreis und Landesamt überprüft.

Wasserschutzbehörde und Landesamt für ländliche Räume wollen Eignung der ehemaligen Biogasanlage als Güllelager ermitteln

shz.de von
06. Januar 2018, 00:45 Uhr

Nach dem Gülle-Unfall in Sibstin prüfen heute die zuständigen Behörden, der Kreis Ostholstein als Untere Wasserschutzbehörde sowie das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Flintbek, ob ein „rechtssicherer Betrieb“ möglich ist. Das teilte LLUR-Pressesprecher Martin Schmidt auf Nachfrage mit.

Kurz vor Silvester waren in Sibstin aus einer vor drei Jahren stillgelegten Biogasanlage rund 680 Kubikmeter Gülle auf angrenzende Grünflächen und die Kremper Wiesen im FFH-Gebiet gelaufen (wir berichteten). Der Grund: Unbekannte hatten in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember den Schieber von einem der drei Tanks, in denen derzeit Gülle zwischengelagert wird, geöffnet, wie die Polizei mitteilte. Die Ermittlungen der Umwelt-Gruppe des Polizeireviers Scharbeutz dauern diesbezüglich an.

Kurz nach dem Vorfall wurden Fragen nach der Genehmigung der Güllelagerung in einer wegen Mängeln stillgelegten Biogasanlage laut. Thorsten Lorenzen vom zuständigen Wasser- und Bodenverband „Neustädter Binnenwasser“ hat das Landesamt erneut – wie auch schon im Sommer 2014 – auf die Gefährdungslage durch die ungesicherte Biogas-Anlage aufmerksam gemacht. Bei einem Störfall, ob durch Leckage oder Schrottdiebstahl verursacht, drohe ein gewaltiger Eintrag von belasteten Stoffen in das FFH-Gebiet „Kremper Wiesen“, warnte Verbandsvorsteher Lorenzen bereits damals.

Beim heutigen Ortstermin gemeinsam mit Landesamt, Kreis, Eigentümer und Pächter soll der Fortgang der Reinigungsarbeiten aber vor allem auch geprüft werden, „ob und wenn ja, unter welchen Auflagen der sichere Betrieb möglich ist“, sagte der Sprecher des Landesamtes.

Gerade mit Blick auf den Havarie-Erlass, der den Landwirten bei Bedarf die Zwischenlagerung von Gülle für ein halbes Jahr in sogenannten Lagunen erlaube, um überlaufende Gülle-Behälter zu verhindern, sei die Prüfung vor Ort wichtig, sagte Nils Hollerbach, zuständiger Fachbereichsleiter für Bauen, Planung und Umwelt beim Kreis Ostholstein. „Die ersten Landwirte fragen uns jetzt auch an.“ Doch so groß wie in anderen Kreisen scheine die Not noch nicht zu sein. „Das geht erst jetzt los“, so Hollerbach. Deshalb sei es wichtig, zu prüfen, ob der nun fast leergelaufene Tank wieder zur Güllelagerung genutzt werden könne.

Nils Hollerbach betonte, dass es zu dem Zwischenfall durch „kriminelle Energie“ gekommen sei und nicht, weil die Anlage kaputt gegangen sei. Mit den Prüfungsergebnis ist nach Auskunft des Landesamt Ende dieser Woche zu rechnen.

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