Grünpflege: Kosten überraschen Eutin

Zur Gartenschau neu entstandene Flächen müssen 25 Jahre gepflegt werden

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10. März 2017, 00:47 Uhr

Noch sieht es teilweise sehr wüst aus auf dem einstigen Landesgartenschau-Gelände. Was notwendig ist, um die neu entstandenen Flächen zu pflegen und zu erhalten, machte Landschaftsarchitektin Urte Schlie am Mittwochabend im Eutiner Bauausschuss mit einem von ihr erstellten Pflege- und Entwicklungsplan deutlich.

Insgesamt berechnete sie für die Maßnahmen in den Arealen Seepark, Stadtbucht, Bauhof und Süduferpark rund 370  000 Euro brutto, die jährlich für den Erhalt notwendig wären. Darin enthalten sind einmalige Maßnahmen wie der Rhododendrenschnitt bis hin zur regelmäßigen Mahd und Wegepflege. Die neuen Flächen sind mit Städtebaufördermitteln entstanden und diese Förderung verpflichtet zum Erhalt der Daueranlagen in der 2016 hergestellten Qualität – für die nächsten 25 Jahre.

„Das ist ja ein Klotz am Bein, der gewaltig ist“, entfuhr es Malte Tech (FWE) mit Blick auf die Kosten, die auf die Stadt zukommen. Hochgerechnet auf 25 Jahre wären es rund neun Millionen Euro. Kritik hagelte es auch von den Grünen: „Haben Sie sich im Vorfeld keine Gedanken gemacht, wie viel Pflegeaufwand nach der LGS auf die Stadt zukommt?“, fragte Tilo Hegenberg (Grüne). Bauamtsleiter Bernd Rubelt verneinte. „Das ist schade, eigentlich gehört das zur Planung des Gesamtprojektes dazu“, setzte Hegenberg nach. Dass die pflegeintensive Zeit kurz bevorstehe und nicht mehr viel Zeit bleibe, merkte auch Gerd Freese (CDU) an, der die Ausschusssitzung leitete. Und Freese versuchte, zu beruhigen: „Dass die Pflege teurer werden würde als zuvor, war uns allen bewusst und wir haben es sehenden Auges hingenommen.“ Olaf Schmidt (fraktionslos) schlug vor, die Aufgabe ein Jahr lang vom Baubetriebshof übernehmen zu lassen und rechtzeitig für nächstes Jahr eine Ausschreibung zu starten. Klaus Kibbel (SPD) forderte eine Gegenüberstellung der Kosten für Fremdvergabe und Eigenleistung durch den Baubetriebshof.

Jan Rohe, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofes, sagte im Ausschuss: „Wenn wir damit beauftragt werden, können wir das leisten. Aber unter der Berücksichtigung von Ehrenamtlern bräuchten wir rund 2,5 Stellen mehr, die uns jetzt fehlen.“ Seite 3

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