zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

21. Oktober 2017 | 02:26 Uhr

Grünes Licht für „Hein Schönberg“

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Minister Meyer sieht „unumkehrbaren Prozess“ für Bahnlinie zwischen Kiel und Schönberger Strand / CDU fürchtet viel zu hohe Kosten

von
erstellt am 06.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hat am Montag in Schönberg „grünes Licht“ für die Bahnlinie „Hein Schönberg“ zwischen Kiel und Schönberger Strand gegeben. Er war auf Einladung des Vorsitzenden der SPD-Kreistagsfraktion, Lutz Schlünsen, nach Schönberg gekommen. Heftige Kritik über die Bekanntgabe der Realisierung des Projektes hingegen kam gestern von der CDU im Kreis Plön.

„Hein Schönberg kommt. Es ist ein Prozess, der für mich unumkehrbar ist“, sagte Meyer in Schönberg. Mit dem vom Bund versprochenen höheren Regionalisierungsmitteln sei das Projekt finanzierbar.

Meyer sprach von jährlichen Betriebskosten in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Wie der Minister in Schönberg sagte, solle bereits 2017 das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen sein und der erste Zug ab 2018 zwischen Kiel und Schönberger Strand fahren.

Der Minister machte aber auch keinen Hehl daraus, dass der öffentliche Personennahverkehr immer auf Zuschüsse angewiesen sei. Die SPD im Kreis Plön jedenfalls reagierte übereinstimmend positiv auf die Worte des Ministers.

Anders sieht es die CDU: „Hein Schönberg kommt auf Parteischienen daher“, schreibt Pressesprecher Tade Peetz in einer Pressenotiz. Er sei weniger überrascht über die politische Entscheidung als vielmehr befremdet über den Stil der Ankündigung von Wirtschaftsminister Meyer, nun Regionalisierungsmittel für die Bahnlinie Kiel-Schönberg freizugeben.

Es sei erstaunlich, dass das Wirtschaftsministerium auf Facebook auf eine Veranstaltung der Plöner Kreis-SPD hinweise, auf der ,Grünes Licht für Hein Schönberg' gegeben werden solle. Peetz: „Ein schlechter Stil. Bürgerbeteiligung und Transparenz sehen anders aus.“

Kritisch sieht die CDU, dass selbst nach dem Stopp des 380 Millionen-Euro-Vorhabens „Stadtregionalbahn“ auch diese Bahnlinie ein Zuschussgeschäft bleibe. Neben den mindestens 30 Millionen Euro Investitionskosten gehe man in Kiel von jährlich 1,7 Millionen Euro Zuschussbedarf aus. Die CDU rechnet zudem mit geringer Nachfrage auf der Strecke.

Schon 2013 habe die CDU ein Planfeststellungsverfahren für die gesamte Strecke von Kiel nach Schönberg gefordert. SPD, Grüne und WG hätten dies in der Kreistagssitzung vom 14. November 2013 abgelehnt. Peetz: „Auch hier hat sich dann also die Auffassung der CDU im Kreis bestätigt.“ Peetz erinnert daran dass seit 2012 an einem Bus-Bahn-Konzept gearbeitet werde, das immer noch nicht vorliege. Gerade ein solches Konzept sei für Gemeinden und Kreis finanziell von erheblicher Bedeutung. Jetzt werde grünes Licht für die Bahn gegeben, ohne dass Konzept und Kosten vorlägen. Das gelte auch für die Bahnhofsumfelder, an denen sich die Gemeinden mit mindestens 25 Prozent der Kosten beteiligen müssten. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen