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Ostholsteiner Anzeiger

17. Dezember 2017 | 00:14 Uhr

Grüne Kiesabbau Kreuzfeld

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 18:34 Uhr

Die Salamitaktik beim Kiesabbau



Zum Kiesabbau in Kreuzfeld:

In der Öffentlichkeit wird gelobt, dass der Betreiber Wandhoff durch den Kiesabbau bei Kreuzfeld seltene Trockenbereiche geschaffen hat, wertvoll für die Natur. Dabei wird aber ausgeklammert, dass der Betreiber unter den ursprünglichen Auflagen den ganzen Bereich hätte wieder verfüllen müssen, und dies wäre ihm nicht billig gekommen.

In einer Salamitaktik wird der Bereich auf der einen Seite Richtung Malente ausgeschürft und dann immer wieder ein Stück links angebaut. Der Kiesabbau in Kreuzfeld ist so nie abgeschlossen und das ausgeschürfte Land nun eingezäuntes Privatland, eine Art „Safarieanlage“ und „Jagdgebiet“ für die Familie, geschlossen für die Anwohner und Touristen.

Wenn ein Betreiber nicht möchte, dass sich die Anwohner in Kreuzfeld gegen die Ausweitung auflehnen, muss man den Menschen als ersten Schritt zurückgeben, was möglich ist, und dies zu einer Zeit, in der es möglich ist. Aber genau das macht der Betreiber nicht.

Daneben ist man als wirtschaftlicher Akteur auch verpflichtet, mit offenen Karten zu spielen, aber dies passiert hier nicht. Denn der Betreiber will mehr, er möchte einen Teilbereich, den er auch wieder renaturieren müsste, nun in Gewerbegebiet umwandeln. In diesem Bereich möchte er mithin nicht nur den Menschen, sondern auch der Natur etwas nicht zurückgeben. Wenn man Geld sparen und teures Gewerbeland statt Trockenwiese gewinnen möchte, dann müsste er aber etwas der Natur und den Menschen zurückgeben, denn das Leben besteht aus Geben und Nehmen.

Damit nicht genug: Die zusätzliche Umwandlung des weiteren derzeitigen Motocrossgebiets in ein sogenanntes „Sondergebiet Motocross“, ebenfalls aus dem Landschaftschutzgebiet herausgeschnitten, führt dazu, dass in diesem Bereich nicht nur in den bisherigen Zeiten gefahren werden darf, sondern in einem völlig anderen Rahmen, der die bisherigen geringen Schutzmöglichkeiten der Anwohner noch weiter aushebelt. Dies muss einmal laut gesagt werden, denn das sind auch Konsequenzen die mit beurteilt werden müssen. In diesem Bereich soll damit etwas qualitativ anderes, die Menschen Beeinträchtigendes, entstehen. Auch hier soll nicht Natur und Mensch etwas zurückgegeben werden.

Zudem soll ein weiterer Bereich, bislang noch nicht als Abbaufläche genehmigt, dem Kiesabbau zugeführt werden. Parallel sind weitere Flächen Richtung Niederkleveez still aufgekauft worden und schon an der Öffentlichkeit vorbei als Kiesabbaufläche genehmigt worden. Und damit wird klar, wie weit gefächert die Salamitaktik ist und weshalb das Gutmensch-Image Schrammen erhält..

Wir Grünen haben nichts dagegen, dass man Geld verdienen will, aber dann muss man der Gemeinschaft auch das zurückgeben, was man ihr weggenommen hat, und muss sie auch ausreichend vor sonstigen Beeinträchtigungen schützen. Und dies passiert nicht. Ein Schelm ist, wen es wundert, dass dies so im Planungsausschuss gegen unsere Stimmen in dieser Form insbesondere mit den Stimmen der CDU schnell durchgewunken wurde.

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