Eutin : Grüne gegen Tunnel am Fehmarnsund

"Entwaffnend dumm" - mit diesem Urteil belegen die Grünen jüngst in Ostholstein wieder laut gewordene Vorschläge, auch den Fehmarnsund zu untertunneln.

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11. März 2011, 12:27 Uhr

eutin | Ihnen widerspricht Silke Mählenhoff, Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes: "Damit würden lediglich Kosten produziert. Die Fehmaraner könnten dann ihre Insel nur noch über einen Mauttunnel verlassen."

Die Grüne reagierte mit ihrer Presseerklärung auf die Forderung der FDP, die geplante Zweigleisigkeit im Schienenverkehr nach Skandinavien müsse auch am Fehmarnsund Realität werden. Da auf der vorhandenen Brücke dafür kein Raum ist, plädieren die Liberalen für einen entsprechend breiten Sundtunnel. Anderenfalls drohe dort ein Nadelöhr.

Das allerdings halten die Grünen für falsch gedacht. Sie verweisen auf entsprechende Bekundungen der Bahn und die Gesetzmäßigkeiten des Zugverkehrs: "Es ist ausschließlich eine Frage der Steuerung, die Züge wechselweise über die eingleisige Brücke fahren zu lassen. Das Verfahren der eingleisigen Führung funktioniert bei jeder Gleisbaustelle."

Da die Befürworter der festen Fehmarnbelt-Querung stets dafür plädieren, zum Klimaschutz mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, sehen die Grünen auch für den Lkw-Verkehr keine Notwendigkeit einer Alternative zur Sundbrücke. Denn angesichts der Planungsprognosen könne die Bahn fast den gesamten Lkw-Fernverkehr auf der Vogelfluglinie ersetzen.

Silke Mählenhoff: "Die Forderung nach einer zweiten Verbindung über den Sund zeugt entweder von einer stark eingeschränkten Sicht der Dinge, oder von mangelndem Glauben an die Berechnungen des Ministeriums."

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