Grüne „entsetzt“ über Fällaktion im Seepark

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06. Januar 2015, 17:04 Uhr

Über die Baumfällungen im Seepark soll umgehend in einer Sondersitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung beraten werden. Das fordert die Grünen-Fraktion; ihr Sprecher Eike Diller äußerte sich gestern „entsetzt“ über das Ausmaß der Abholzungen.

Wie angekündigt, hat der Bauhof Montag mit dem Absägen von Gehölz begonnen, das der politisch beschlossenen Neugestaltung des Seeparks im Weg steht. Dort sollen 255 Bäume fallen, zumeist Birken, aber auch Buchen und Ahorn. Dafür liegt der Stadt laut Bauamtsleiter Bernd Rubelt die Genehmigung des Kreises vor; überdies seien 145 der Bäume krank oder fehlwüchsig.

Die Grünen kritisieren jetzt, dass die Entscheidung über einen „derartig massiven Eingriff“ ohne ausreichende Beteiligung der Selbstverwaltung getroffen worden sei. Besonders verärgert zeigten sie sich darüber, „dass die politisch Verantwortlichen am Wochenende lediglich durch eine harmlos formulierte und unvollständige Pressemitteilung der Stadt über den unmittelbar bevorstehenden Beginn der Fällungen informiert wurden“

Eike Diller: „Wir fordern den Bürgermeister auf, die geplante Fällung der Bäume, die nicht akut umsturzgefährdet sind, umgehend bis zu einer Mitte Januar anzuberaumenden Sondersitzung des Stadtentwicklungsausschusses zurückzustellen, in der Verwaltung und Fachplaner das Erfordernis der Fällungen umfassend darstellen und die Zustimmung des Ausschusses eingeholt wird.“

Monika Obieray (Grüne) räumte ein, dass die rechtlichen Möglichkeiten der unteren Naturschutzbehörde, den Umfang des Fällantrages stärker zu reduzieren, sehr begrenzt seien, „weil den städtischen Belangen aus ISEK und LGS-Planung ein zum Teil überwiegendes öffentliches Interesse zukommt.“ Ihre Fraktionskollegin Christiane Balzer forderte die anderen Fraktionen auf, doch noch auf die Schaffung eines Nordstrandes an der Fissauer Bucht zu verzichten. Das „würde in deutlichem Umfang zum Erhalt von Bäumen im Seepark beitragen“.

Bauamtschef Rubelt wies die Kritik der Grünen als „offensichtlich politisch motiviert, aber fachlich unbegründet“ zurück. Über die Baumfällungen seien alle im Bilde, die in Stadtvertretung und Bauausschuss die „sehr sorgfältig entwickelte“ Planung beschlossen hätten.

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