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Ostholsteiner Anzeiger

21. September 2017 | 10:52 Uhr

Großübung zur Deichsicherung

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Hochwasser und Küstenschutz: Gut 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW probten im Nachbarkreis Plön gemeinsam den Ernstfall

shz.de von
erstellt am 31.Mai.2016 | 14:41 Uhr

Die schweren Unwetter der vergangenen Tage haben den Norden zwar verschont, doch auch hier haben die Einsatzkräfte schon gegen Wassermassen gekämpft. Im November 2010 drohten einige Ostseedeiche an der Hohwachter Bucht zu brechen und vor drei Jahren versank die Lauenburger Altstadt im Hochwasser der Elbe. Um auf solche Situationen besser vorbereitet zu sein, trainierten zwischen Marina Wendtorf und Schönberger Strand gut 100 Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) sowie der Freiwilligen Feuerwehren am vergangenen Sonnabend den Ernstfall. Beteiligt waren die Wehren aus Bad Malente-Gremsmühlen, Sieversdorf, Neustadt, Groß Meinsdorf, Schönwalde, Bujendorf, Sierksdorf, Kasseedorf und Altenkrempe.

Der Malenter Gemeindewehrführer Bernd Penter als Leiter der 2. Feuerwehrbereitschaft Ostholstein und der Malenter Mandus Freese, Fachberater des THW-Ortsverbandes Eutin, hatten die gut zwölfstündige „Deichverteidigungsübung“ vorbereitet. Eng abgestimmt hatten sich die Organisatoren dabei mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Sandsäcke füllen und verlegen, das Aufbauen einer Schlauchbrücke und das Lenzen eines defekten Schöpfwerks standen auf dem Programm. „Wir haben die Ansätze geprobt und geübt, wie man das praktisch macht“, berichtete Penter. Beispiel Sandsäcke füllen: „Das ist eine Kunst für sich. Die dürfen nicht zu voll sein, und man darf nicht zu schnell arbeiten, damit man nicht außer Atem gerät.“ Warum, wird angesichts der riesigen Mengen Sand klar, die in einem 100 Meter langen und einen Meter hohen Wall aus Sandsäcken verschwinden: die Ladung von ungefähr acht Kieslastern. Wichtig sei außerdem die richtige Verlegetechnik, damit das Wasser den Sand nicht aus den Säcken spüle.

Spontan sprach Penter mit der 1. Feuerwehrbereitschaft den Einsatz von Ostholsteins einziger Hochleistungspumpe ab, die bis zu 5000 Liter Wasser pro Minute fördern kann. Diese rückte – alarmiert durch Kreisbrandmeister Thorsten Plath – aus Oldenburg an, um ein „ausgefallenes“ Schöpfwerk abzupumpen. Zuvor hatten die Einsatzkräfte dort eine Wasserleitung verlegt, und zwar in Form einer Schlauchbrücke, so dass eine Straße überbrückt werden kann. So können Fahrzeuge nicht nur unter den Schläuchen hindurchfahren, es können außerdem auch mehrere Schläuche parallel verlegt werden, ohne den Verkehrsfluss zu behindern.

Drei Züge der 2. Feuerwehrbereitschaft wurden durch jeweils eine THW-Bergungsgruppe verstärkt. Diese kamen aus Neustadt, Preetz und Eutin. Die Koordination übernahm die Technische Einsatzleitung des Kreises Ostholstein. Verpflegt wurden die Einheiten durch das DRK Neustadt sowie das THW Preetz.

Sehr hilfreich für die Übung sei gewesen, dass die Schönberger Feuerwehr ihr Gerätehaus bereitgestellt habe, berichtete Penter. Dies sei etwa für die Einsatzleitung und die Verpflegung der Übungsteilnehmer genutzt worden.

„Die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen klappte wie erhofft gut“, erklärte Penter. Von Teilnehmern sei angeregt worden, die Übung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen, um die gemeinsame überregionale Zusammenarbeit zu fördern.

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