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Ostholsteiner Anzeiger

22. Oktober 2017 | 07:27 Uhr

Großkampftag in der Sieverthalle

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eutiner Kampfkunstturnier um den „Next-Generation-Cup“ mit rund 500 Sportlern in verschiedenen Kampfstilen

shz.de von
erstellt am 22.Feb.2015 | 16:16 Uhr

Kurz vor dem ersten Teil seines Wettkampftages wird Jores Meyer doch ein wenig unruhig. Immer wieder sucht sein Blick die Fläche, auf der er gleich seine „Form“ zeigen wird, die Choreografie, an der er lange gefeilt hat. Noch zwei Konkurrenten in der Klasse bis 69 Kilogramm der Blau- und Schwarzgurte, noch einer – jetzt ist der 19-Jährige dran. Hochkonzentriert und mit eleganten Bewegungen absolviert er die Übung. Im Schnitt bekommt Jores Meyer acht Punkte, ein gutes Ergebnis, denn die Wertungen gehen nur bis neun Punkte. Insgesamt ist der „Next-Generation-Cup“ der Kampfsportler für den Voß-Schüler gut gelaufen. Im Semi-Kontakt erkämpft er sich eine Medaille, er wird Zweiter und wird mit Silber belohnt.

Die Kung-Fu-Schule Eutin ist Gastgeber des Kampftages, der von allen Beteiligten eine gute Ausdauer verlangt. Rund 500 Teilnehmer haben gemeldet und strömen in die Sieverthalle, die Parkplätze rundherum sind ausgebucht, auch vor der Schwimmhalle ist kein Platz mehr frei. Und in der Sieverthalle herrscht ebenfalls Hochbetrieb. Anmeldungen, Nachmeldungen, die Kampfrichterbesprechung – die Mannschaft um Kung-Fu-Schulleiterin Martina Baumgardt ist voll eingespannt. „Wir sind ein eingespieltes Team“, stellt sie fest. Zusammen mit den anderen Schwarzgurten der Kampfkunst, Olaf Skreber aus Oldenburg, Chistos Barkas aus Wedel, Marion Sand aus Segeberg und Jürgen Peters aus Lübeck hat sie die Organisationsfäden beim „Next-Generation-Cup“ in der Hand, wie bei vielen Kampfkunstturnieren.

Mit gut einer Stunde Verspätung ist es dann soweit: Mit dem Löwentanz werden die Sportler der verschiedenen Alters- und Gewichtsklassen auf den sportlichen Wettstreit eingestimmt. „Der Löwentanz soll nach der chinesischen Tradition Glück bringen“, sagt Martina Baumgardt.

Bürgervorsteher Dieter Holst verfolgt die Vorbereitungen auf die Leistungsschau der Kampfsportler aufmerksam. „Wir sind froh, dass wir die Kung-Fu-Schule haben und dass sie diese große Veranstaltung auf die Beine stellt“, sagt Holst in seiner Begrüßung und macht Werbung für die Landesgartenschau 2016. „Kommen Sie auch im nächsten Jahr nach Eutin, der Besuch lohnt sich“, sagt Holst. Dann gibt es eine kurze Einweisung für die Sportlerinnen und Sportler, es wird in voller Montur mit Kopf-, Zahn- und Unterleibsschutz sowie Schienbeinschonern gezeigt, was im Semi-Kontakt erlaubt ist – und was nicht. Das beugt Missverständnissen und Verletzungen vor.

Kampfsportler lernen früh, dass sie ihrem Sport mit großer Disziplin nachgehen müssen. Und so organisiert sich der Betrieb auf den sechs Kampfflächen, die mit verschieden farbigen Ballons gekennzeichnet sind, schnell. Dabei hilft ein Computerprogramm, das dafür sorgt, dass es auf den Kampfflächen kaum Leerstände gibt. Es
gibt eine Aufwärmfläche, den Wartebereich, in dem sich die Athleten sammeln und dann als Gruppe zum Wettkampf gehen.

„Kung Fu ist sehr vielseitig, es gibt den Straßenkampf, die Form, Kämpfe im Semi- und im Leichtkontakt“, sagt Jores Meyer, der schon als Kind zum Kampfsport gefunden hat. „Ich erinnere mich genau, wie Jores mit acht Jahren angefangen hat“, weiß Martina Baumgardt. An diesem Wochenende hat Jores Meyer ein volles Programm, er startet in fünf Klassen.

Im Durchschnitt trainiert er dreimal pro Woche, vor Gurtprüfungen und Veranstaltungen steigert er das Pensum, dann steht er fast täglich auf der Trainingsmatte. Er hat gerade den Übergang vom Jugend- zum Erwachsenenbereich geschafft. Das hat Folgen, so darf er zum ersten Mal im Leichtkontakt starten. Eine Kampfveranstaltung in heimischer Umgebung bedeutet für die Kung-Fu-Schule höchste Anspannung. „Die Eltern und Helfer im Hintergrund haben enorm viel geleistet, nicht nur am Rande der Wettkämpfe, sondern auch beim Auf- und Abbau“, stellt Martina Baumgardt fest. Und dabei hatten die Aktiven den Rücken frei. Sie absolvieren 34 Starts. Es gibt nur einmal pro Jahr die Chance, seinem Sport vor heimischem Publikum nachzugehen.

„Der Sport verhilft zu einer besseren Körperspannung und Motorik. Er wirkt sich auch auf die Ausstrahlung und das Selbstbewusstsein aus“, stellt Jores Meyer fest.

Der blaue Gurt weist Jores Meyer als fortgeschrittenen Kämpfer aus. Neulinge bekommen den weißen Gurt, es folgen die Farben Gelb, Orange, Grün und Blau, ehe mit dem Schwarzgurt der erste Meistergrad erreicht ist. Im Kinder- und Jugendbereich gibt es eine ganz Reihe von Turnieren, für Erwachsene ist die Auswahl geringer. Er starte pro Jahr bei vier bis fünf Turnieren, sagt Jores Meyer. Vorrang vor dem Sport hat aber die Schule: Er will 2016 sein Abitur machen, bis dahin stehen das Profil gebende Fach WiPo, Spanisch und Geschichte im Mittelpunkt.

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