Großfeuer mitten in Zarnekau

Aus den Fenstern schlagende Flammen empfingen kurz vor Mitternacht die Feuerwehrleute.
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Aus den Fenstern schlagende Flammen empfingen kurz vor Mitternacht die Feuerwehrleute.

Große Teile einer 200 Quadratmeter großen Werkstatt-Halle des bekannten Segelsportlers Christian Sach sind abgebrannt

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31. Januar 2018, 11:39 Uhr

Knapp drei Wochen nach dem Großfeuer in einer Landmaschinenfirma in Bujendorf waren die Wehren der Gemeinde Süsel und Eutin in der Nacht zu gestern schon wieder gefordert: Mitten in Zarnekau sind große Teile einer etwa 200 Quadratmeter großen Werkstatt- und Lagerhalle ausgebrannt. Die Polizei schätzt den Schaden auf 80 000 Euro.

Den mit rund 100 Kräften angerückten zehn Feuerwehren gelang es, das benachbarte Wohnhaus des bekannten Segelsportlers Christian Sach und seiner Familie zu retten. In der Halle verbrannten indes wertvolles Segelzubehör, diverse Surfbretter, Fahrräder sowie Maschinen und ein Aufsitzrasenmäher.

Christian Sach und seine Frau waren kurz vor Mitternacht durch einen Knall wach geworden und hatten den Feuerschein in der Werkstatt entdeckt. Während die per Notruf informierte Leitstelle die ersten Feuerwehren um 23.43 Uhr alarmierte, wurden auch Nachbarn durch Geräusche und zunehmenden Brandgeruch auf das Feuer aufmerksam.

„Hinter dem Fenster waren Flammen zu sehen. Plötzlich knallte es, weil Fensterscheiben platzten, und schlagartig wurden die Flammen größer, weil sie Sauerstoff bekamen“, schilderte Klaus Marks, der auf der anderen Straßenseite wohnt.

Die Zarnekauer Wehr, deren Fahrzeug als erstes eintraf, begann mit dem Wasser aus dem Tank einen ersten Angriff. Allerdings hatte sich da schon ein beißender, durch brennenden Kunststoff angereicherter Rauch ausgebreitet, der einen Aufenthalt in der Nähe der Halle ohne Atemschutz unmöglich machte.

Nachdem die Wasserversorgung durch zwei Leitungen zum 200 Meter entfernten Löschteich aufgebaut worden war, bekämpfen die Wehren das Feuer von allen vier Seiten. Das Wohnhaus wurde mit Hilfe einer „Wasserwand“ vor Funkenflug geschützt.

Den Einsatzkräften gelang es, einen Pkw Mercedes und ein Quad aus der brennenden Halle zu holen. Ein Trakt des Gebäudes, das über Jahrzehnte hinweg der Firmensitz der Schlosserei Boldt gewesen ist, brannte allerdings komplett aus. Eine Photovoltaikanlage auf einer Dachhälfte wurde nach Angaben der Polizei offenbar nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Durch die Hitze des Feuers waren nicht nur Fensterscheiben zerborsten, die Flammen hatten auch auf die Decke übergegriffen. Während der Brand schon 20 Minuten nach Beginn der Löscharbeiten unter Kontrolle war, dauerte die Suche nach Glutnestern und Nachlöscharbeiten rund zwei Stunden. Viele der rund 100 Einsatzkräfte, die nach Zarnekau geeilt waren, kamen nicht zum Einsatz. Die Alarmierung durch die Leitstelle war größer ausgefallen als geplant, sagte Gemeindewehrführer Rolf Müller. „Eigentlich sollten nur die Atemschutzträger aus der Gemeinde nachalarmiert werden, aber es wurden alle neun Wehren komplett alarmiert.“

Einen Eindruck von dem Einsatz verschaffte sich auch Kreisbrandmeister Torsten Plath. Der Eutiner Gemeindewehrführer Heino Kreutzfeldt war ebenfalls unter den Einsatzkräften: Er fungierte als Fahrer des Gerätewagens der Eutiner Wehr.

Die Brandursache war gestern noch vollkommen unklar, auch der Eigentümer hat keine Erklärung. Die Kriminalpolizei hatte bereits in der Nacht Ermittlungen aufgenommen. Bei einigen Kommentaren im Internet wurde die naheliegende Frage gestellt, ob es eine Verbindung zwischen den Bränden in den benachbarten Dörfern Bujendorf und Zarnekau gibt? Das ist unwahrscheinlich, wie eine Antwort der Polizei auf eine Frage nahe legt, die der OHA zufällig vorgestern gestellt hatte: Die Ermittlungen in der abgebrannten „Küstenwerkstatt“ in Bujendorf seien zwar noch nicht abgeschlossen. Aber für eine Brandstiftung habe es dort keine Hinweise gegeben.







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