Großeinsatz in Pönitz

Dichter Qualm und Flammen schlugen in der Nacht zu gestern aus dem Gebäude in der Siedlung Steenrade.
Dichter Qualm und Flammen schlugen in der Nacht zu gestern aus dem Gebäude in der Siedlung Steenrade.

Die Feuerwehr rettete in Pönitz eine Flüchtlingsfamilie aus ihrem brennenden Wohnhaus. Die acht Menschen verloren ihre Bleibe, ihr Hab und Gut; sie wurden jedoch nicht Opfer eines Anschlags – die Polizei schließt Fremdeinwirkung aus.

shz.de von
08. November 2018, 13:24 Uhr

Ein von syrischen Flüchtlingen bewohntes Haus in Pönitz im Kreis Ostholstein ist in der Nacht zu gestern ausgebrannt. Verletzt wurde niemand. Die beiden syrischen Frauen mit insgesamt sechs Kindern, die in dem Haus lebten, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen, teilte die Polizei gestern mit.

Als gegen 3.16 Uhr die ersten Einsatzkräfte am Einsatzort eintrafen schlugen bereits dichter Qualm und Flammen aus dem Gebäude. Schnell war klar, dass weitere Kräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst benötigt werden, da das Feuer sich immer weiter ausbreitete. „Wir waren ein Großaufgebot vom Rettungsdienst hier vor Ort“, sagte Gemeindewehrführer Patrick Bönig. Für die Feuerwehr hieß es bei dem Einsatz in Pönitz Schwerstarbeit. Durch die nicht ausreichende Wasserversorgung im Hydrantennetz mussten die Einsatzkräfte mehrere hundert Meter Schlauch verlegen. Aber auch im Einfamilienhaus flammten immer wieder kleinere Glutnester auf und die enorme Hitze erschwerte es den Einsatzkräften zusätzlich. „Anfangs konnten wir nicht in das Obergeschoss vordringen, weil es einfach zu heiß war“, sagte Bönig.

Mittlerweile hatte sich das Feuer auch durch den Dachstuhl gefressen. Mit dem Teleskopmast der Feuerwehr Scharbeutz gelang es dann aber von außen die Dachhaut zu öffnen und an die Brandnester zu kommen.

Die acht geretteten Flüchtlinge wurden in der Zwischenzeit durch den Rettungsdienst betreut und untersucht. „Augenscheinlich sind alle Personen unverletzt. Die betroffenen Personen wurden zunächst einmal im Feuerwehrgerätehaus versorgt“, sagte Bönig über den weiteren Verlauf des Einsatzes.

Nach den bisherigen Ermittlungen brach das Feuer gegen 3.16 Uhr in einem als Schlafzimmer genutzten Raum im Erdgeschosses aus und wurde von einem der Kinder entdeckt. Fremdeinwirkung oder Brandlegung von außen sowie ein fremdenfeindlicher Hintergrund wird nach dem ersten Ermittlungsstand ausgeschlossen.

Die zwei Frauen und sechs Kinder müssen nun in einer anderen Unterkunft untergebracht werden. Das Einfamilienhaus in der Siedlung Steenrade ist durch das Feuer unbewohnbar geworden. Die Kriminalpolizei Eutin hat bereits in der Brandnacht die Ermittlungen aufgenommen und das Objekt beschlagnahmt.

Wie es zu dem Feuer kam, ermittelt seit den Morgenstunden nun auch die Kriminalpolizei. Über die Brandursache und Schadenshöhe macht die Polizei keine Angaben. Wie und wo die Flüchtlingsfamilie nun untergebracht werden kann, wird die Verwaltung der Gemeinde Scharbeutz am Donnerstag klären.

Die Feuerwehren waren indes noch bis in den Donnerstagvormittag damit beschäftigt, letzte Glutnester zu finden und dann zu löschen. Insgesamt waren rund 100 Einsatzkräfte
von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei vor Ort.

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