Malente : Große Vorbehalte gegen Schul-Fusion

Betroffene der Malenter Schule an den Auewiesen sind gegen den Anschluss der Hutzfelder Heinrich-Harms-Schule.

Avatar_shz von
27. Februar 2013, 11:15 Uhr

Malente | Die Politik will sich noch nicht festlegen, doch bei Lehrern, Eltern und Schülern der Malenter Schule an den Auewiesen ist die Meinung offenbar sehr eindeutig: Sie lehnen die von der Gemeinde Bosau ins Spiel gebrachte Angliederung der Harms-Schule an die Malenter Gemeinschaftsschule ab. Ein entsprechendes Schreiben, unterzeichnet auch von der kommissarischen Schulleiterin Astrid Fock, verbreitete der Personalrat der Schule vor der gestrigen Sitzung des Malenter Schulausschusses, bei der das Thema auf der Tagesordnung stand.

Unmissverständlich heißt es am Ende des Schreibens: "Aufgrund unserer Ausführungen lehnt das Kollegium in Übereinstimmung mit der Elternschaft und der Schülervertretung eine Zusammenlegung unserer Schule mit der Heinrich-Harms-Schule in Hutzfeld ab." Gut zwei Dutzend Eltern und Lehrer hatten sich ins Rathaus begeben, um der Sitzung zu folgen, bei der auch Schulrat Manfred Meyer und Bosaus Bürgermeister Mario Schmidt zugegen waren. Der Redebedarf war groß - gut zweieinhalb Stunden wurde diskutiert.


"All das müsste verändert werden, wenn Hutzfeld dazukommt"

Dabei äußerten Elternvertreter und Lehrer zahlreiche Bedenken. Personalratsvorsitzende Heidrun Müschen sieht das über die Jahre entwickelte System der Schule bedroht: "Das war ein langer Prozess. All das müsste verändert werden, wenn Hutzfeld dazukommt." Bauchschmerzen macht nicht nur ihr die zusätzliche Arbeitsbelastung für den Schulleiter, der dann nur noch die halbe Zeit in Malente wäre: "Ein Schulleiter muss da sein. Es ist aus pädagogischer Sicht wichtig."

Bürgermeister Michael Koch widersprach: "Ich sehe nicht, dass sie das Schulprogramm ändern müssten." Er forderte, nicht von vornherein mit Befürchtungen zu argumentieren. "Vielleicht stecken in einer solchen Kooperation auch Chancen, die wir jetzt noch gar nicht sehen." Schulrat Meyer betonte, dass Malente künftig die Hauptstelle wäre: "Die Frage, ob die ihr Konzept übernehmen, stellt sich überhaupt nicht. Sie werden es müssen."

Zuvor hatte Meyer erläutert, warum er die Überlegungen zum Zusammenschluss der Hutzfelder Regionalschule mit Grundschulteil mit der Malenter Gemeinschaftsschule überhaupt angestoßen habe. Dahinter steckt, wie berichtet, eine Vorgabe der Landesregierung. Mit weniger als 240 Schülern droht der Hutzfelder Schule 2014 die Schließung. Für Aufhorchen sorgte Meyer mit der engen zeitlichen Perspektive, die er absteckte. Ein Fusion solle idealerweise mit Beginn des neuen Schuljahres zum 1. August 2013 umgesetzt werden. Deshalb forderte Meyer: "Wir brauchen ein Signal, und das brauchen wir relativ zügig." Das nächste Mal will der Ausschuss daher am Donnerstag, 21. März, über das Thema beraten. Bis dahin sollen sich die Fraktionen eine Meinung bilden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen