Große Pläne für das Ahrensböker Museum

Pläne geschmiedet: (1. Reihe, von links) Jürgen Ostwald, Erika Kühn, Marion Bejschowetz, (2. Reihe) Elisabeth Marowsaki, Renate Burmeister, Marie Luise Lembcke, Editha Braasch (3. Reihe) Erich Marowski, Kurt Braasch, Klaus Zutz und Anke Zutz.
Pläne geschmiedet: (1. Reihe, von links) Jürgen Ostwald, Erika Kühn, Marion Bejschowetz, (2. Reihe) Elisabeth Marowsaki, Renate Burmeister, Marie Luise Lembcke, Editha Braasch (3. Reihe) Erich Marowski, Kurt Braasch, Klaus Zutz und Anke Zutz.

Große Pläne hegt der Förderverein "Heimatmuseum" Ahrensbök. Beflügelt werden sie durch die Unterstützung der Fielmann AG.

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13. August 2009, 10:22 Uhr

Ahrensbök/ | Professionelle Hilfe bei der Gestaltung des jungen Heimatmuseums und eine Sammlung historischer Fotos über Ahrensbök als Schenkung: Das erhofft der Förderverein nach einem Gespräch mit Jürgen Ostwald, Mitarbeiter der Fielmann AG, und Marion Bejschowetz, freiberufliche Historikerin.

Marion Bejschowetz hat zahlreiche Ausstellungen für das Landesarchiv in Schleswig organisiert, aber auch das Dorfmuseum in Schönwalde umgestaltet. Auf Vermittlung der Fielmann AG soll sie in Ahrensbök tätig werden.

Jürgen Ostwald sagte

dem Heimatmuseum eine Schenkung von 60 Fotos über Ahrensbök von Theodor Möller zu. Möller war Lehrer in Ahrensbök. Besprochen wurde die Ausstellung dieser Fotos, die auch mit historischen Aufnahmen umliegender Dörfer und Vorwerke ergänzt werden könnte.

Weiter wurde angesprochen, dass wichtige Ahrensböker Persönlichkeiten vorgestellt werden könnten. Dazu zählt Hans Heinrich Friedrich Harder, der Lehrer und Organist in Ahrensbök war und dessen Bücher sehr bedeutend für die schleswig-holsteinische Schulgeschichte waren. Dazu zählen auch Pastor Ernst Wallroth, der Bücher über die Geschichte Ahrensböks geschrieben hat, oder Pastor Fritz Namenhauer, der Bücher über Lustspiele verfasste. Die schillerndste dieser historischen Persönlichkeiten dürfte aber Nelly Mann-Kröger sein, die zweite Frau des Schriftstellers Heinrich Mann, die am 15. Februar 1898 als uneheliche Tochter der Dienstmagd Bertha Westphal in Ahrensbök geboren und auf den Namen Emmy Johanna getauft worden war. Ihre Biografie ist bewegt und endet tragisch: Nelly Kröger hatte 1929 als Animierdame in einem Nachtlokal am Kurfürstendamm in Berlin gearbeitet, als ihr der damals fast 60-jährige Heinrich Mann begegnete, der sich offenbar in die 27 Jahre jüngere Blondine verliebte.

1933 folgte sie Heinrich Mann über Frankreich nach Amerika ins Exil, wurde fünf Jahre lang bis zu ihrem Selbstmord am 17. Dezember 1944 seine Ehefrau. Anders als sein Bruder Thomas konnte Heinrich Mann in Kalifornien nicht Fuß fassen, materiell und psychisch ging es ihm und Nelly sehr schlecht. Thomas Mann unterstützte seinen Bruder, sah dabei auf dessen - wie er fand - ordinäre Lebensgefährtin herab und riet Heinrich, sich von ihr zu trennen.

Nelly trank, arbeitete als Tellerwäscherin in einer

Klinik, während Heinrich unverkäufliche Romane schrieb. Als sie wegen Trunkenheit straffällig wurde, unternahm sie einen ersten Selbstmordversuch. Wenige Wochen später, nach dem fünften Versuch, war sie tot.

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