Großbaustelle an der Schwentine

Deutlich zu sehen: Versorgungsleitungen, die derzeit noch an der Brücke hängen. Sie sollen künftig unter der Schwentine durchlaufen. Damit die Leitungen hier verlegt werden können, hat die Gemeinde bereits mehrere Bäume gefällt. Für sie sind Ersatzpflanzungen vorgesehen.
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Deutlich zu sehen: Versorgungsleitungen, die derzeit noch an der Brücke hängen. Sie sollen künftig unter der Schwentine durchlaufen. Damit die Leitungen hier verlegt werden können, hat die Gemeinde bereits mehrere Bäume gefällt. Für sie sind Ersatzpflanzungen vorgesehen.

Mindestens neun Monate wird der Neubau der Straßenbrücke in der Hindenburgallee dauern / Vorarbeiten beginnen Mitte April

shz.de von
14. März 2017, 15:22 Uhr

Angekündigt ist sie seit Jahren, intensiv geplant wird seit rund einem Jahr, in gut einem Monat soll es nun endlich losgehen: der Neubau der Brücke, die in der Hindenburgallee (L  56) die Schwentine überspannt. Mindestens ein Jahr müssen die Malenter dann mit einer Großbaustelle leben, die eine der Hauptverkehrsadern der Gemeinde für den größten Teil der Bauzeit lahmlegen wird.

Schon die notwendigen Vorarbeiten sprengen alle Dimensionen, die Karlheinz Spindler bislang gewohnt war. Seit einem Jahr plant der langjährige Bauamtsmitarbeiter gemeinsam mit mehreren Versorgern die Verlegung von insgesamt 14 Leitungen – Strom, Gas, Telekommunikation, Frischwasser und Beleuchtung. Diese sind bislang zum Teil an der alten, baufälligen Brücke befestigt oder verlaufen im Bereich der Gründung der neuen Brücke.

In gut einem Monat, am Dienstag, 18. April, soll der Start erfolgen. Dann werde die Schwentine mit Hilfe eines bis zu drei Meter dicken mit Wasser gefüllten Schlauchs aufgestaut, der quer im Flussbett verlegt werde, erklärte Frank Petzolt vom Strom- und Gasversorger Schleswig-Holstein Netz AG. Der Fluss werde durch dicke Rohre geleitet. Dann werde das Flussbett von der Hindenburgallee aus gesehen auf der rechten Seite der Brücke zwei Meter tief aufgegraben, um dort sämtliche Leitungen zu verlegen. „Wir wollen diese Arbeiten innerhalb von spätestens sechs, möglichst schon vier Wochen abgeschlossen haben“, kündigte Petzolt an. Zugleich werde der Zweckverband Ostholstein (ZVO) eine Druckrohrleitung und eine weitere Abwasserleitung neu verlegen, sagte Spindler. Dies erfolge größtenteils parallel zur Eutiner Straße bis zur Pumpstation. Der Verkehr werde während der Leitungsarbeiten an der Baustelle vorbeigeführt, zeitweise werde es zu einer halbseitigen Sperrung mit Ampelregelung kommen.

Spätestens Anfang Juni kann der Startschuss für Abriss und Neubau der Straßenbrücke erfolgen. Die Lübecker Niederlassung des Landesbetriebs für Straßenbau- und Verkehr sei bereit für den Baubeginn, erklärte deren Leiter Jens Sommerburg, wollte aber noch keinen Zeitpunkt nennen. Der Neubau koste rund 860  000 Euro und werde etwas breiter als die alte Brücke. Die Bauzeit soll neun Monate betragen, könnte sich aber durch einen harten Winter noch hinauszögern.

Bemerkenswert ist, dass die alte Brücke überhaupt so lange gehalten hat. Als sie 1892 gebaut wurde, war kaum absehbar, welche enorme Belastung sie einmal tragen müsste. Schon vor Jahren hieß es, die Brücke sei am Ende, müsse bald für den Schwerlastverkehr gesperrt werden.

Der ab Juni zu erwartenden Vollsperrung der Hindenburgallee sieht Bürgermeisterin Tanja Rönck mit Gelassenheit entgegen. Man könne dies auch als Testphase für mögliche Verkehrseinschränkungen in der Bahnhofstraße begreifen. Dann werde man sehen, wie sich der Verkehr entwickele.

Umgewöhnen müssen sich Autofahrer nach Fertigstellung der Brücke. Dann wird die Verkehrsregelung an der Kreuzung unmittelbar hinter der Brücke geändert, kündigte Britta Deubel an. Wartepflichtig seien dann nicht mehr die Fahrzeuge aus der Frahmsallee/Plöner Straße, sondern aus der Hindenburgallee. Wann das Land indes die Kreuzung saniert, stehe noch nicht fest, sagte Britta Deubel. Man sei in dieser Frage in Gesprächen mit dem Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr.

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