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Eutin/Neumünster : Größte Abschiebe-Aktion in SH: 122 Menschen in der Nacht abgeholt

vom
Aus der Onlineredaktion

Von Ostholstein über Boostedt und Hannover: Die Polizei hat am Mittwoch abgelehnte Asylbewerber in ihre Heimatländer zurückgeschickt.

Neumünster/ Eutin | Schleswig-Holstein hat am Mittwoch 122 Asylbewerber aus Serbien, Albanien und dem Kosovo abgeschoben. Noch vor dem Morgengrauen waren Beamte der ersten Einsatzhundertschaft Eutin sowie aus zahlreichen Polizeidienststellen, Mitarbeiter des Landesamts und der Ausländerbehörden zahlreicher Kreise im Einsatz.

Es ist die bislang größte Abschiebung in Schleswig-Holstein mit Polizeibegleitung: Bislang war die Vollzugspraxis nicht stark ausgeprägt. Zum Vergleich: Allein in den ersten beiden Monaten des Jahres wurden vom Landesamt mehr Abschiebungen erfolgreich organisiert (insgesamt 641, rund 500 davon aus Schleswig-Holstein) als im gesamten Jahr 2015 (605).

Die meisten der Asylbewerber kommen aus dem Kreis Ostholstein, sie sollen bereits ein bis zwei Jahre in Deutschland gelebt haben, bis ihre Asylanträge abgelehnt wurden. Von dort wurden sie in Reisebussen in die Flüchtlingsunterkunft nach Boostedt gebracht, wo die Papiere bereitlagen. Von dort ging es weiter zum Flughafen in Hannover, wo sie der Bundespolizei übergeben worden sind. Gegen elf Uhr am Vormittag startete die Maschine. 

„Die Rückführung verlief ohne besondere Vorkommnisse“, sagt Magdalena Drywa vom Landesamt für Ausländerangelegenheiten (LfA) in Neumünster. Die Aktion sei bereits die Chartermaßnahme dritte in diesem Jahr.

Da dem Landesamt laut Drywa das Vollzugspersonal für große Einsätze fehlt, wurde es durch große Polizeipräsenz unterstützt. Das Landesamt stelle für diesen Bereich Personal ein, es sei aber davon auszugehen, dass die Polizei solche Aktionen bei Bedarf auch künftig im Rahmen der Amtshilfe begleite. Drywa: „Für die zahlreich eingesetzten Beamten war es auch mal gut, zu sehen, wie so eine groß organisierte Rückführung abläuft.“

  • Aufenthaltsbeendigungen 2015

Nach Angaben des Landesamtes sind im Jahr 2015 insgesamt 839 Aufenthalte in Deutschland beendet worden (teilweise in Amtshilfe). Davon waren 570 Abschiebungen ins Herkunftsland, 35 Überstellungen nach dem Dubliner Übereinkommen (DÜ) sowie 234 freiwillige Ausreisen.

Außerdem hätten die schleswig-holsteinischen Ausländerbehörden im vergangenen Jahr in eigener Zuständigkeit insgesamt 630 freiwillige Ausreisen unterstützt beziehungsweise organisiert.

  • Aufenthaltbeendigungen 2016

In 2016 hat das Landesamt für Ausländerangelegenheiten (Stand 29.02.16) insgesamt 407 Aufenthaltsbeendigungen (einschließlich Dublin-Überstellungen und Amtshilfe für andere Bundesländer) organisiert und durchgeführt, davon waren 122 freiwillige Ausreisen und 127 Abschiebungen. In weiteren 145 Fällen wurde das LfA in Amtshilfe für andere Bundesländer tätig.

  • Ablauf und Kosten von Abschiebungen

Das Landesamt teilit mit: Die Ausländerbehörden seien angehalten, den Ausreisepflichtigen eine angemessene Zeit zum Packen einzuräumen. Wie umfangreich sich diese gestalte, hänge von den Umständen des Einzelfalls ab. Kosten, die durch die Abschiebung entstehen, hätte grundsätzlich der Ausreisepflichtige zu tragen.

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erstellt am 06.Apr.2016 | 11:56 Uhr

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