Kasseedorf : „Grieveler Lud“ siedelten unter erschwerten Bedingungen

Wolfram Hartwich (li.) hatte sichtlich Spaß am Besuch der „Grieveler Lud“ im Naturerlebnisraum und gab am Sonntag auch die Erlaubnis zu einem erfrischenden wie reinigenden Bad im Teich.
Wolfram Hartwich (li.) hatte sichtlich Spaß am Besuch der „Grieveler Lud“ im Naturerlebnisraum und gab am Sonntag auch die Erlaubnis zu einem erfrischenden wie reinigenden Bad im Teich.

Die „Grieveler Lud“, sieben Männern und Frauen aus Griebel, agierten wie die alten Slawen im Naturerlebnisraum Kasseedorf.

shz.de von
10. Juli 2018, 00:28 Uhr

Zum ersten Mal lud der Naturschutzverein Kasseedorf am vergangenen Wochenende zu den Slawentagen in den Naturerlebnisraum ein. Dort hatten die „Grieveler Lud“, eine Gruppe von sieben Männern und Frauen aus Griebel, ihre kleine Zeltstadt aufgebaut. Barfuß und in Leinenkleider des frühen Mittelalters gehüllt lebten sie zwei Tage wie in der Zeit der Slawen vor vielen hundert Jahren. Dabei durften ihnen die Besucher über die Schultern schauen.

Den Siedlungsplatz in einer alten Kiesgrube hätten erfahrene Slawen sicher nicht gewählt, aber etwas anderes hatte Wolfram Hartwich nicht zu bieten. Der Naturschutzverein hat unter seinem Vorsitz das ausgebeutete Erdloch in einen Naturerlebnisraum verwandelt. Wie steinig und sandig der Boden noch ist, zeigte sich beim Zeltaufbau am Freitag. „Es war nicht einfach die Heringe haltbar in die Erde zu bekommen“, lautete die leise Kritik am Lagerplatz. Weitaus problematischer wäre für echte Slawen aber die Wasserknappheit gewesen. Der kleine Tümpel, durch den auch eine Seilfähre führt, war am Freitag trocken gefallen. Die Feuerwehr half hier kurzfristig aus, wovon bereits am Sonntag zur Mittagszeit nicht mehr viel zu sehen war.

Mit dem Zulauf an Besuchern waren die „Grieveler Lud“ zufrieden. „Wir hatten den Sonnabend über kontinuierlich Leute hier. Es saß fast durchgängig immer jemand beim Schnitzen“, war Rahlf zufrieden. Am Sonntag blieben die Slawen auf Zeit den Vormittag über fast unter sich. „Die Kasseedorfer schlafen lang“, kommentierte Hartwig dies mit Augenzwinkern. Einige Besucher hätten sich eine bessere Ausschilderung des Naturerlebnisraumes an der Straße gewünscht.

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