Gemeinde Kasseedorf : Griebel hat den jüngsten Wehrführer

Generationenwechsel: Claus-Henning Prüß gab den Posten des Wehrführers an Julian Wilken, Lebensgefährte seiner Tochter, weiter, er selbst wurde neuer Stellvertreter.
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Generationenwechsel: Claus-Henning Prüß gab den Posten des Wehrführers an Julian Wilken, Lebensgefährte seiner Tochter, weiter, er selbst wurde neuer Stellvertreter.

Mit einstimmigem Votum wurde der 21-jährige Julian Wilken zum neuen Chef der Feuerwehr Griebel-Vinzier gewählt, Claus-Henning Prüß tritt in die zweite Reihe.

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08. Januar 2018, 04:00 Uhr

In der an Besonderheiten reichen Freiwilligen Feuerwehr Griebel-Vinzier ist Sonnabend ein neues, außergewöhnliches Kapitel aufgeschlagen worden: Einstimmig wählten 21 Aktive in der Jahresversammlung in der Mehrzweckhalle den erst 21 Jahre alten Julian Wilken zum neuen Wehrführer. Er dürfte der jüngste des Landes sein.

Der bisherige Wehrführer und Vater seiner Freundin, Claus-Henning Prüß, gab das Amt nach nur einem Jahr wieder ab, weil er als Landwirt zu sehr beansprucht werde. Er steht aber seinem designierten Schwiegersohn als neuer stellvertretender Wehrführer zur Seite. Diese Position war im vergangenen Jahr unbesetzt geblieben.

Die 1934 gegründete Wehr hatte 1972 als erste im Land eine Frauenlöschgruppe gebildet, Auslöser war ein Kellerbrand, bei dem die Feuerwehr nicht einsatzfähig war, weil zu viele Mitglieder auswärts zur Arbeit waren. Heute ist der Anteil von vier Frauen bei insgesamt 23 Aktiven nicht mehr außergewöhnlich hoch.

Zweite Besonderheit: Als Dieter Fischer, heute Ehrengemeindewehrführer, 2013 aus Altersgründen sein Amt als Wehrführer abgeben musste, war er dienstältester Wehrführer in Ostholstein: 35 Jahre war er im Amt, agierte etliche Jahre auch als Jugendwart und war von 2001 bis 2013 auch Gemeindewehrführer. Seit seinem Eintritt in den Feuerwehr-Ruhestand hatten Marcel Kröger und Claus-Henning Prüß das Wehrführeramt übernommen, aber beide jeweils aus beruflichen Gründen vorzeitig aufgegeben.

Julian Wilken ist angehende Rettungssanitäter, der seine Ausbildung beim DRK in Eutin macht. Er ist seit fünf Jahren in der Feuerwehr. Mit 16 war er in seinem Heimatdorf Techau in die Wehr eingetreten, seit zwei Jahren lebt er in Griebel mit der Tochter von Claus-Henning Prühs zusammen. Bislang war der Oberfeuerwehrmann der Sicherheitsbeauftragte der Wehr.

Dem neuen Wehrführer sicherten zahlreiche Anwesende in der Versammlung ihre Unterstützung zu, besonders Claus-Henning Prüß, der Zuversicht bekundete, dass sie zu zweit die Wehr wieder in ruhiges Fahrwasser bringen könnten – zumal es sich um eine junge Truppe handele und erneut drei Neuzugänge zu verzeichnen seien.

Neben Wehrführer und Stellvertreter wurden diverse weitere Ämter neu vergeben: Gruppenführer wurde Aron Blumenthal als Nachfolger von Stefan Kyburz, neuer Sicherheitsbeauftragter Fabian Fischer, neuer stellvertretender Kassenwart Andre Miehl, in den Festausschuss wurde Claus-Erik Prüß gewählt.

Für 30 Jahre Dienst wurde Rena Rickers geehrt, die Spange für 20 Jahre erhielten Stefan Kyburz und Marcel Kröger, seit zehn Jahren ist Aron Blumenthal aktiver Feuerwehrmann. Karin Denker-Gosch wurde in die Ehrenabteilung verabschiedet.

Im Jahresbericht von Schriftführerin Angelika Fischer wurden neun Einsätze erwähnt, darunter drei Brandeinsätze in Nachbarorten, vier technische Hilfeleistungen oder Unwettereinsätze sowie zwei Sicherheitswachen. Aktuell habe die Wehr 20 Aktive und drei Reservemitglieder.

Eine Reihe von Gästen gratulierten dem neuen Wehführer und dankten den Aktiven für ihren Einsatz, darunter der stellvertretende Kreisbrandmeister Michael Hasselmann, Amtswehrführer Matthias Tamm, Gemeindewehrführer Martin Stahl und Bürgermeisterin Regina Voß. Der Ehrengemeindewehrführer Artur Ahrens bekundete Freude, dass sich die Wehr offensichtlich wieder stabilisiert habe.

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