Grebiner wollen Ruhe im Parlament

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Nur knapp 70 Interessierte beim Diskussionsabend zur Kommunalwahl des Vereins Zukunft Gemeinde Grebin

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11. April 2018, 22:49 Uhr

Es sollte ein politischer Abend werden, der den Zuschauern ins Bewusstsein ruft, was die Grebiner „verteidigen“ möchten und der Impulse für politische Diskussionen und Themen setzt, brachte es Günther Strial vor etwa 70 Gästen am Mittwochabend im „Grebiner Krug“ auf den Punkt. Gemeinsam mit Hans-Jürg Buss leitete er einen Diskussionsabend zur Kommunalwahl, die in Grebin schier Historisches verspricht: gleich drei Parteien, zwei Wählergemeinschaften und ein Einzelbewerber kämpfen um die Gunst der Wähler.

Holger Mielke, seit Ende 2016 Vorsitzender der KWG, betonte, er sei nicht der Bürgermeisterkandidat. Diese Entscheidung werde im Team getroffen. Die KWG wolle die Bürger entlasten, das Loch in der Grebiner Wasserleitung finden und keine überflüssigen und teuren Projekte anschieben. Es gehe um eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde und eine Stärkung des Wir-Gefühls.

Gerhard Manzke (CDU) hingegen will mit seiner Fraktion angefangene Projekte beenden und vor allen Dingen eine Breitbandversorgung voranbringen. Die Grebiner sollten mit Info-Abenden an Entscheidungen beteiligt werden. Mit soliden Finanzen solle die Zukunft Grebins gesichert werden. Die CDU wolle dafür eine Arbeitsgruppe ins Leben rufen und wieder einen gemeindlichen Finanzausschuss installieren.

Josef Großfeld (SPD) meinte, Grebin brauche einen Bürgermeister, der von allen getragen werde. Allein das werde bei dem Aufgebot von sechs Parteien schon schwierig genug. Großfeld beklagte eine freie Finanzspritze von nur noch knapp 1000 Euro. Die Entwicklung des Mühlenareals müsse endlich vorankommen. Viel Geld koste die Feuerwehr, warb Großfeld für die Zusammenlegung mit anderen Wehren auch außerhalb des Gemeindegebietes. Doch: die Feuerwehr müsse es wollen.

Klaus-Henry Flemming (Grüne) kritisierte die Kompromisse in der Gemeindevertretung. Die Grünen seien nur ihrem Gewissen verantwortlich, nicht der grünen Partei. Die Grünen wollten mit einer Veränderung des Gemeindeverfassungsrechts eine stärke Bürgerbeteiligung erreichen. Derzeit machten sich die Parteien den Staat zur Beute.

Für Einzelbewerber Karl Schuch spielt das Ehrenamt die tragende Säule in der Gemeinde Grebin. Dennoch sei die Gemeinde am Rande ihrer finanziellen Möglichkeiten. Mit weiteren Kooperationen will Schuch Geld einsparen – wie zum Beispiel erfolgreich in der Zusammenarbeit der Bauhöfe Grebin und Bösdorf.

Joachim Burgemeister von der neuen FWG stehen Bürgerbeteiligung, Gestaltung und Mitsprache ganz oben an. Von seinen Listenkandidaten ließ er Ideen einer Bürgersprechstunde, die Idee einer insektenfreundlichen Gemeinde oder bezahlbaren Wohnraum für Jugendliche und die Installation eines Jugendbeirates vortragen.

Wie sich die Bewerber die Bürgerbeteiligung vorstellen, wollten die Zuschauer im „Grebiner Krug“ wissen. Die CDU erinnerte an die Bürgerfragestunde in der Gemeindevertretung und schlug eine Befragung bei größeren Projekten vor. Die FWG will eine regelmäßige Bürgersprechstunde einrichten und die SPD sieht den Bürgermeister als ständigen Ansprechpartner. Sprechstunden seien bereits vor zehn Jahren eingestellt worden. Für Karl Schuch ist die Befragung der Bürger zu kurz gegriffen, die Gemeindevertreter sollten mehr in Grebiner Vereinen und Verbänden unterwegs sein. Für die Grünen ist die Befragung einzelner Bürger nicht repräsentativ genug. Studenten suchten Praxisfelder und könnten qualifizierte Umfragen mit repräsentativen Ergebnissen erreichen.

„ Wir scharren mit den Hufen – mehr noch als unsere Pferde“, sagte Tina Benz vom Gestüt Schierensee zum Fortgang ihres „Mühlencafés“ und wünschte sich eine bessere Vertretung durch die Gemeinde. „Die Gemeinde hat jetzt keinen Einfluss mehr, sie könne nur ihr Wohlwollen ausdrücken“, sagte Karl Schuch. Und Joachim Burgemeister sieht das Problem im Gesamtprojekt rund um den Schierensee. Das habe die Sache schwierig gemacht. „Ich bin selbst gefrustet“, räumte Josef Großfeld ein. Die guten Ideen sollten schnell umgesetzt werden. Hans-Jürg Buss vom Gestüt Schierensee freute sich: „Die Gemeinde steht vollständig hinter dem Projekt.“ Probleme seien der Kreis, die Gesetze und der organisatorische Ablauf.

Die Gäste wollten wissen, wie sich der Umgang in der Gemeindevertretung verbessern lasse. Die KWG spricht sich für eine Klausurtagung der neuen Gemeindevertretung aus, die FWG für mehr Transparenz und Einwohnerversammlungen. Aber auch der Umgang untereinander müsse besser werden. Für die CDU solle der neue Bürgermeister Gespräche mit den Fraktionsvorsitzenden aller Parteien vor der Gemeindevertretung sprechen und nicht in der Gemeindevertretung. Außerdem sollten Sitzungen der Vertretung nicht erst um 21.30 Uhr beginnen. Karl Schuch sieht die Hauptarbeit in den Ausschüssen und die SPD forderte die Akzeptanz des Bürgermeisters. Die Grünen empfahlen psychologische Hilfe und die FWG versprach, dass Diskussionen in Zukunft anders laufen werden.

Und wie sieht es mit dem Verbleib im Amt Großer Plöner See aus? „Eine Zusammenarbeit rund um den Großen Plöner See ist an Grabenkämpfen gescheitert“, bedauerte Karl Schuch, dass oft Persönliches vorangestellt werde. Die CDU ist für den Erhalt des Amtes ohne Wenn und Aber. Manzke: „Wir sollten uns die Selbstverwaltung in der Gemeinde Grebin nicht nehmen lassen.“ Die FWG erinnerte daran, dass Beschlüsse längst gefasst seien, eine Zusammenarbeit von Stadt und Amt mit einem Bürgerbüro in Plön jedoch Sinne mache. Kritisch sieht die KWG das Amt. „Wir würden es gern globaler betrachten und eine große Lösung unterstützen“, sagte Holger Mielke.

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