zur Navigation springen
Ostholsteiner Anzeiger

15. Dezember 2017 | 17:37 Uhr

„Grebiner Krug“ steht zum Verkauf

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Wirtsleute Hannelore und Wolfgang Steen wollen einen ruhigen Lebensabend verbringen / Gesetzliche Vorschriften werden immer härter

von
erstellt am 12.Apr.2017 | 14:11 Uhr

Der „Grebiner Krug“ eine Traditionsgaststätte im Herzen des Ortes, wurde erstmals 1781 erwähnt – als Schmiede, Hökerei und Gastwirtschaft. Jetzt steht das Gebäude zum Verkauf. Die Wirtsleute Hannelore (60) und Wolfgang Steen (67) möchten das Anwesen nach 35 Jahren in andere Hände geben.

„Wir müssen nicht verkaufen, der Hauptgrund ist das Alter. Wir möchten einen ruhigen Lebensabend verbringen“, begründet der Inhaber die Entscheidung. Doch sei das Alter nicht allein ausschlaggebend. „Der Staat verlangt Gastronomen immer mehr ab, die gesetzlichen Vorschriften werden härter, und auch die Steuern machen uns zu schaffen“, erklärt Steen.

Als Beispiele nennt er die strengen Hygienevorschriften im Vergleich zu Sportheimen und Dorfgemeinschaftshäusern oder auch den Umbau zu abgetrennten Raucherbereichen. „Wenn man sich nicht spezialisiert ist man auf verlorenem Posten. Dabei brauchen wir die Landgasthöfe wieder verstärkt und müssen Flagge zeigen, aber wenn man nicht genügend Zimmer hat, um ganze Busgesellschaften unterzubringen, wird es schwierig“, erläutert der Chef.

Bei Steens wird gekocht wie bei Muttern und mit frischen Produkten. Außerdem stehen im Haus zwei Ferien-Appartements für Gäste bereit. Vor zwei Jahren haben sie Saal und Kegelbahn modernisiert. Die Wirtsleute würden es begrüßen, wenn ein Käufer den Krug als Dorfgaststätte weiterführt. „Wenn er aber Wohnungen bauen will, soll er Wohnungen bauen“, sieht es Steen pragmatisch.

Der Betrieb läuft bis zu einem Verkauf normal weiter. Wenn der Krug verkauft ist, werde er für eine Übergangsphase noch zur Verfügung stehen. Steen: „Das ist gewährleistet.“ Die Kundschaft werde rechtzeitig informiert.

Das Ehepaar hat seine Erfahrungen als Gastronomen gesammelt: „Das wollen wir unseren Kindern und Enkeln nicht zumuten, sie haben gesehen, wie wir arbeiten, 15 bis 16 Stunden am Tag. Das kann man niemandem mehr zumuten.“

1982 kaufte der Malenter Wolfgang Steen den Krug von der Familie „Frahm/Kucken“ aus Plön. So steht es in der Chronik „Grebin... eine Zeitreise“ von Günter Strial nach Aufzeichnungen von Mathias Bruhn. Das Werk ist im Gasthaus erhältlich. Beschrieben ist darin die wechselvolle Geschichte des Hauses, das lange Jahre „Howe Gasthaus“ hieß und von Marie Howe 1940 an ihren Schwiegersohn Johann Joost verkauft wurde. Er und seine Frau Annemarie verkauften den Krug 1978 an Heinz Frahm. Das Grundstück misst 1288 Quadratmeter, der Gasthof ist nicht denkmalgeschützt. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen