Zwischen Preetz und Gut Rastorf : Grasmahd in der Schwentine

Mit Hilfe eines Baggers werden die Boote zu Wasser gelassen.
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Mit Hilfe eines Baggers werden die Boote zu Wasser gelassen.

Der Gewässerunterhaltungsverband Schwentine sorgt mit Hilfe einer Fachfirma für einen besseren Durchfluss in dem idyllischen Fluss

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10. Juni 2014, 14:40 Uhr

Die Schwentine schlängelt sich von ihrem Quellgebiet am Bungsberg über 70 Kilometer durch die Seen der Holsteinischen Schweiz bis hinein in die Kieler Förde. Dabei muss sie einen Höhenunterschied von 110 Meter überwinden. Der Lebensader der Holsteinischen Schweiz muss manchmal aber selbst wieder mehr Leben eingehaucht werden. Dann nämlich, wenn zu viel Gras den Abfluss des idyllischen Flusses bremst und es zum Rückstau bis hinein in die Holsteinische Seeplatte kommt. Dann ist die Grasmahd angesagt. Mit Spezialbooten wird seit gestern die Schwentine nördlich von Preetz gemäht.

„Die Schwentine wird zwischen Preetz und dem Gut Rastorf in Richtung Rosensee auf einer Länge von etwa 1,5 Kilometer von Grasbewuchs am Grund befreit“, sagte Hans-Joachim Schröder. Er ist Gewässeraufseher des Gewässerunterhaltungsverbandes (GUV) Schwentine, dem Auftraggeber der Maßnahme, der ein Gebiet von knapp 40 000 Hektar betreut. Schröder hat eine Fachfirma mit den Arbeiten der Grasmahd beauftragt. Zwei Spezialboote wurden mit einem Bagger in Höhe des Gutes Rastorf in die Schwentine eingelassen. Sie werden den Streckenabschnitt von Grundbewuchs befreien.

Und die Wassersportler müssen in diesen Tagen besonders aufpassen: Mit Hilfe von Bohlen werden nämlich Sperren über der Schwentine errichtet, die das auf dem Wasser treibende abgemähte Gras aufhalten und stauen. Das so gesammelte Gras wird mit Hilfe des Baggers aus der Schwentine geholt. „Auf der Weide entwässert das Gras und wird danach von einem Landwirt geschreddert und auf die Koppel als Biomasse aufgebracht.“

Es gibt wohl viele Gründe, warum so viel Gras in Teilen der Schwentine so gut wächst und nach Auffassung von Experten am Ende die Fließgeschwindigkeit des Flusses bremst. Gerade an dem Teil der Schwentine zwischen Preetz und dem Gut Rastorf könnten es die aktuell diskutieren Einträge durch die Landwirtschaft auf benachbarten Ackerflächen sein, die das Wasser mit ungewöhnlich vielen Nährstoffen anreichern und damit zum Wildwuchs des Grases beitragen.

„Aber auch ganz normaler Niederschlag sorgt für Nährstoffeinträge in die Schwentine“, sagte Hans-Joachim Schröder. Jeder kleine Bach entwässere auf einer Fläche von zusammen fast 80 000 Hektar in die Schwentine. Da komme einiges zusammen.

Die besonders breite Schwentine ist in dem Bereich zwischen Preetz und dem Gut Rastorf auch kaum mit Schatten spendenden Bäumen und Gebüsch am Ufer versorgt. Der starke Lichteinfall wird auch die Photosynthese, ein biochemische Vorgang, und damit dem Bewuchs auf dem Grund der Schwentine erheblich befördern. Einen Beitrag liefert auch der Verlauf den Flussbettes der Schwentine, das beim Gut Rastorf wie ein Flaschenhals verläuft.

Doch auch das Klärwerk des AZV – Abwasserzweckverbandes Preetz Stadt und Land – an der Bachwiese könnte den so starken Pflanzenwuchs in der Schwentine zwischen Preetz und dem Gut Rastorf befördern. Zwar wird dort in einem umfangreichen Klärprozess für die Reinigung des Schmutzwassers gesorgt das geklärte Wasser in die Schwentine geleitet. Auffallend ist jedenfalls, dass sich der so stark bewachsene Bereich ausgerechnet hinter dem Klärwerk aufbaut.

Holger Hüneke, Leiter der Technik im Klärwerk Preetz sagte gestern dem OHA: „Täglich werden bei uns die Phosphat- und Stickstoffeinträge in die Schwentine aber auch der chemische und biologische Sauerstoffbedarf gemessen.“ Die Qualität des in die Schwentine eingeleiteten Wassers aus dem Klärwerk sei gut. „In Mineralwasser ist mehr drin“, schmunzelte Holger Hüneke. Und Störungen habe es auch nicht gegeben. Hüneke vermutet Einträge von Schadstoffen, die durch die Postau aus dem Postsee in die Schwentine gelangen, als Ursache für den starken Krautbewuchs in der Schwentine.


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