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Gottesdienst in Gedenken an getötete und misshandelte Kinder

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Es war ein außergewöhnlicher Gottesdienst mit Pastorin Laura Koch in der Maria-Magdalena-Kirche: „Macht eure Schubladen auf“ lautete das Motto am Freitagnachmittag. Mit dem Gottesdienst sollte an unzählige in Deutschland getötete, misshandelte und vernachlässigte Kinder und deren Leid erinnert werden.

Knapp 160 Besucher zählten die Organisatoren. Gemeinsam mit Ulrike Weißmann, Initiatorin der Aktion und eines Benefizkonzertes, sowie Noah und Barbara Askins gestaltete Laura Koch den Gottesdienst, der auch von Musikern des Sinfonieorchesters „Stüba-Philharmonie“ begleitet wurde.

In ihren Wortbeiträgen hielten die Protagonisten um Laura Koch anhand von zwei Alltagserlebnissen die Gefahren vor Augen, Mitmenschen möglicherweise vorschnell „in Schubladen zu legen und diese zu schließen“ oder aber mit Ignoranz zu begegnen. „Es ist leicht, andere zu verurteilen für das, was sie sind. Und es ist leicht, vom eigenen Standpunkt aus, eine Lösung zu finden. Aber es ist nicht leicht, sein Leben zu ändern“, gibt Noah Askins zu bedenken.

Wie Noah Askins sagte, sterben jede Woche drei Kinder durch die Folgen von Misshandlung oder Vernachlässigung, und 70 würden auf schwerste Weise misshandelt oder vernachlässigt. Die Dunkelziffer sei noch viel höher. Beim Gottesdienst dabei war Daniela Kempen, Gründerin und 1. Vorsitzende von „Schutzlos-wehrlos“, eines bundesweit tätigen Vereins, der diesen leidgeprüften Kindern eine Lobby sein und ihnen im Leben oder im Tod ihre Würde zurückgeben möchte. Sie zeigte sich merklich berührt. „Es ist das erste Mal überhaupt, dass für unseren Verein und den von uns vertretenen Kindern ein Gottesdienst und ein Benefizkonzert abgehalten wird“, sagte Kempen. Mit dem Benefizkonzert des 70-köpfigen Ensembles der Stüba-Philharmonie, das die rund 160 Zuhörer in der Turnhalle der Grundschule mit einem donnernden Applaus belohnten, klang der Abend aus.




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erstellt am 30.Jul.2017 | 13:41 Uhr

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