Goldmedaille in Seoul

Mit der anspruchsvollen Choreografie zum Thema „Lazy Town“ gewannen Katharina Cassebaum. und Jorina Auktun. Fotos: PSV
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Mit der anspruchsvollen Choreografie zum Thema „Lazy Town“ gewannen Katharina Cassebaum. und Jorina Auktun. Fotos: PSV

Katharina Cassebaum vom TSV Plön holt bei der Weltmeisterschaft der Einradfahrer in Südkorea einen Titel

shz.de von
12. September 2018, 11:25 Uhr

Wochen intensiven Trainings lagen hinter Katharina Cassebaum (28), als die Einradfahrerin vom TSV Plön eine weite Reise unternahm: Als einzige Sportlerin des Kreises Plön gehörte sie zum 16-köpfigen Landeskader, der im südkoreanischen Seoul/Ansan bei der „Unicon 19“ an den Start ging.

Seit der Premiere der Weltmeisterschaften im Einradfahren 1984 in Syracuse im US-Bundesstaat New York hat sich die World Unicycling Convention and Championships, abgekürzt Unicon, zu weit mehr als einer sportlichen Weltmeisterschaft entwickelt. „Der Kreativität im Umgang mit dem Einrad sind keine Grenzen gesetzt und so haben sich im Laufe der Zeit immer mehr Disziplinen entwickelt, wie zum Beispiel Flat, Street, Trial, Muni, Bahn- und Langstreckenrennen, Hoch- und Weitsprung, Stillstand, Basketball, Hockey und vieles mehr“, berichtet Martina Balk vom TSV Plön.

Katharina Cassebaum hat sich auf eine Disziplin namens Freestyle spezialisiert. Dabei werden in einer Choreografie verschiedene Tricks in passendem Kostüm zur Musik präsentiert. Die Jury bewertet Technik und die Art des Vortrags (Performance).

Insgesamt 1076 Sportlerinnen und Sportler fuhren um Medaillenränge. Aufgrund ihrer guten Vorergebnisse hatte die Plönerin die große Chance, gleich in allen vier Wertungsklassen des Freestyles an den Start zu gehen – im Einzel-, Paar-, Kleingruppen- und Großgruppen-Kürwettkampf.

Und bei der fünften Teilnahme an einer Weltmeisterschaft errang Katharina Cassebaum einen großen Erfolg: Zusammen mit Jorina Auktun (SG Seth) gewann sie im „Pair Freestyle Age Group 23+“. Die beiden punkteten mit ihrer technisch anspruchsvollen Choreografie zu dem Thema „Lazy Town“.

Freudentränen standen den beiden bei der Siegerehrung in den Augen. Bei einer Weltmeisterschaft werden nur die ersten drei Plätze offiziell geehrt. Ergebnislisten werden erst im Anschluss veröffentlicht, sodass die Verkündung ein umso spannenderer Moment ist.

Auch in den drei weiteren Wettbewerben fuhr die Sportlerin des TSV Plön ganz weit vorne mit. Mit ihrer Einzelkür als „The Last Unicorn“ belegte sie den 4. Platz in der Altersklasse 24+. Die Sammlung weiterer guter Ergebnisse rundeten die Gruppenauftritte ab. Zusammen mit fünf anderen Fahrerinnen des Landeskaders belegte sie in der Kleingruppen-Wertung den 6. Platz mit dem Kürprogramm „Heroes of the Woods“.

In der Großgruppe, bei der alle 16 A-Kaderfahrer dabei waren, reichte es zu einem beachtlichen 5. Platz hinter Gruppen aus dem asiatischen Raum, die oft aufgrund ihrer nahezu perfekten Synchronität und grazilen Ausdrucksweise im Gruppenwettbewerb Medaillen „gebucht“ haben.

Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im 8215 Kilometer entfernten Südkorea war nicht nur aus sportlicher Sicht eine große Erfahrung. Auch die Möglichkeit, die dortige Kultur und Lebensweise kennenzulernen, machte die weite Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis. Die Koreaner seien sehr gastfreundlich und hilfsbereit, bringt die „frischgebackene Weltmeisterin“ Katharina Cassebaum ihre Eindrücke auf den Punkt.

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