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Ostholsteiner Anzeiger

17. August 2017 | 23:44 Uhr

Goldene Regel: Mach mal Pause

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

„Fit fürs Leben“: Dr. Johannes Schneider gab im Plöner Schloss Tipps und Erklärungen für „Mit Lust und Freude arbeiten“

Das war kein gemütlicher Abend für den inneren Schweinehund: Wer in Beruf und Familie mit seinen Verpflichtungen hadert, soll das nicht anderen anlasten und sich murrend in sein Schicksal ergeben. Sondern klar entscheiden, ob er die ihm gestellte Aufgabe als notwendig erfüllen will – oder sich bewusst davon distanziert.

Das war eine der Empfehlungen, mit denen der Psychotherapeut Dr. Johannes Schneider als Referent am Dienstagabend im Rittersaal der Fielmann-Akademie sein aufmerksam lauschendes Publikum konfrontierte. Etwa 120 Zuhörer, die meisten von weiter weg angereist, nahmen dort an der 33. Bildungsveranstaltung der Reihe „Fit fürs Leben“ teil, die das Osterberg-Institut aus Niederkleveez und der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag seit 2006 landesweit ausrichten.

„Mit Lust und Freude arbeiten“ war Schneiders Vortrag überschrieben. Der Mediziner, der einen Großteil seiner Berufstätigkeit der Burn-out-Prävention widmet, legte dar, wie die innere Einstellung und die Wechselbeziehungen mit der Umgebung die persönliche Befindlichkeit beeinflussen. Jeder könne herausfinden, was ihm leicht von der Hand gehe, wobei er tiefe Freude empfinde – daraus ergäben sich individuell die Wegweiser zu einem stimmigen Arbeitsleben. „Man muss seinem Tun eine Ordnung geben, die aber nicht rigide, sondern flexibel sein sollte, riet Schneider.

Für unabdingbar hält er es, den Arbeitstag durch regelmäßige Pausen zu unterbrechen. Denn: Forschungen bei der amerikanischen Weltraumfahrt hätten gezeigt, dass der Mensch nach 90 Minuten Anstrengung eine gut halbstündige Pause einlegen sollte, um seine Leistungsfähigkeit auf einem hohen Stand zu halten. „Wer Pausen macht, richtig abschaltet, sein Mittagessen nicht am Schreibtisch einnimmt, arbeitet bewusster und effektiver.“

Wer die Pausenregel ignoriere, könne zwar durch die körpereigene Ausschüttung von Adrenalin für eine gewisse Zeit noch alles schaffen. Doch dieser Raubbau an Physis und Psyche habe böse Folgen: „Jede nicht gemachte Pause müssen wir nachholen, die Erholung dauert dann länger. So baut sich über längere Zeit das Erschöpfungssyndrom auf.“

Die Frage, warum dann in der Arbeitswelt oft ganz andere Bedingungen herrschten, nutzte Schneider zu einem Appell an die Arbeitgeber, die eindeutigen Erkenntnisse der Arbeitsmediziner in ihren Firmen umzusetzen. Wo dies nicht geschehe, werde altes Machtdenken und Profitinteresse offenbar. An den Verhältnissen lasse sich nur etwas ändern, wenn genug Menschen sich dafür einsetzten und auf die Politik einwirkten.

 

 

 

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erstellt am 24.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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