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Gnadenhochzeit morgen im Hause Prühs: Eutins Ehrenbürger seit 70 Jahren verheiratet

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Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Ein äußerst seltenes Jubiläum, eine Gnadenhochzeit, können morgen die Eheleute Herta Johanna und Ernst-Günther Prühs feiern: Am 12. Januar 1944 sagten beide auf dem Standesamt in Eutin feierlich Ja zueinander. „70 gemeinsame Ehejahre in einem langen, trotz zeitweiliger Erkrankungen schönen Leben, das empfinden wir als ein großes Glück und eine Gnade, für die wir zutiefst dankbar sind“, sagte Eutins Ehrenbürger und Ostholsteins Ehrenkreispräsident dem OHA.

Ernst-Günther Prühs und seine Ehefrau sind beide 95 Jahre alt, wohnen noch in ihrem 1959 bezogenen Haus in Eutin. Dort werden morgen die beiden in Kiel und Lütjenburg lebenden, regelmäßig jetzt die Eltern unterstützenden Töchter mit ihren Familien zu Gast sein, um in vertrauter kleiner Runde das Gnadenpaar hoch leben zu lassen. „Was für ein Glück, dass die Kinder so nahe bei uns sind“, ist Prühs dankbar.

Seine aus Wuppertal stammende Frau lernte der Soldat aus Eutin Ende 1942 bei einem Studienurlaub in Freiburg kennen. Sie war dort als Kriegsverpflichtete in einem Rüstungsbetrieb tätig, das erste Zusammentreffen ergab sich durch Zufall bei einem Kantinenessen. „Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick, bei ihr hat es ein wenig länger gedauert“, erinnert sich der Studiendirektor a.D. schmunzelnd.

Ursprünglich sollte schon Weihnachten 1943 geheiratet werden, doch die Genehmigung der vorgesetzten Dienststelle traf nicht rechtzeitig ein. Am 12. Januar 1944 aber war alles beisammen: Vormittags ging es zum Standesamt, dann folgte die kirchliche Trauung durch den Eutiner Landespropst Wilhelm Kieckbusch. Gefeiert im engsten Kreis wurde bei Prühs’ Eltern in der Robert-Schade-Straße; 125 Gramm Bohnenkaffee nur gab es als Extragabe auf Lebensmittelkarte. „Da aber meine bäuerliche Verwandtschaft uns ein Suppenhuhn und mein Kommandeur mir drei Flaschen Wein schenkten, war die Hochzeitsfeier gesichert“, so Prühs.

Nach dem Krieg wurden die Verhältnisse schnell besser. Ernst-Günther Prühs reüssierte in Beruf und Politik, seine Frau kümmerte sich um den Haushalt, gemeinsam reisten sie oft durch die Welt. „Wir hatten immer viel Spaß miteinander. Gekracht hat es auch, aber sehr selten. Jeder hatte seine Interesensbereiche, da sind wir uns nicht in die Quere gekommen“, so der Jubilar.

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erstellt am 11.Jan.2014 | 00:33 Uhr

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