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Radarkontrolle in Neukirchen : Gnade für Temposünder?

vom
Aus der Redaktion des Ostholsteiner Anzeigers

Eine Geschwindigkeitskontrolle in Neukirchen bei Malente wurde abgebrochen. Grund: Geblitzte Autofahrer beschwerten sich über irreführend verdrehte Verkehrszeichen.

Gut gemeint, aber dumm gelaufen: Mitarbeiter des Kreises Ostholstein brachen am Freitag eine Geschwindigkeitsmessung in Neukirchen ab, nachdem Autofahrer sie auf eine irreführende Beschilderung in Sachen Tempo 30 aufmerksam gemacht hatten. Offen ist jetzt, ob die zuvor geblitzten Autofahrer für zu schnelles Fahren belangt werden können.

Ursprünglich sollte die Messung dazu beitragen, dass die Einwohner von Neukirchen wieder mehr Ruhe vor Rasern bekommen. Durch ihr Dorf rollte seit Anfang Oktober vermehrt der Verkehr, der aufgrund der Vollsperrung der B 76 zwischen Bösdorf und Plön umgeleitet wurde. In der Ortsdurchfahrt galt bisher eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h für Lkw.

„Nachdem sich viele Anwohner jedoch darüber beschwert hatten, dass auch die Pkw-Fahrer viel zu schnell fahren würden, wurde entschieden, dass der Hinweis auf die Lkw entfernt und die 30 km/h für alle gelten solle“, schilderte Florian Lehmann, Pressesprecher der Kreisverwaltung, die mit dem Landesbetrieb Verkehr abgesprochene Ausgangslage für die Messaktion am Freitag. Doch der Messtrupp wurde schnell mit Beschwerden einiger vom roten Blitz getroffener Autofahrer konfrontiert: Die Schilder zeigten doch, dass Tempo 30 nur für Lkw gelte. Einige machten auch geltend, dass sie aus einem Seitenweg auf die Ortsdurchfahrt eingebogen seien und ihnen nirgends eine Geschwindigkeitsbegrenzung angezeigt worden sei.

Aus dem Kreishaus hieß es gestern erläuternd dazu: „Der Landesbetrieb Verkehr hatte das Lkw-Schild zwar nicht entfernt, aber so zur Seite gedreht, dass es für den Verkehr nicht mehr sichtbar war. Während der Messtätigkeit wurden die Kollegen des Messtrupps dann darauf hingewiesen, dass offensichtlich Anwohner das Lkw-Schild wieder zur Fahrbahn hin verdreht hätten. Die Messtätigkeit wurde daraufhin abgebrochen.“

Zur weiteren Vorgehensweise bei den „Temposündern“ in Neukirchen erklärte Kreissprecher Florian Lehmann: „Wer vorher geblitzt wurde und wegen der Geschwindigkeitsübertretung angeschrieben wird, kann in der Anhörung auf die jeweils sichtbare Beschilderung hinweisen. Auch wer aus einer Seitenstraße auf die L 55 eingebogen ist, kann dies entsprechend angeben. Die Einwendungen werden dann jeweils geprüft und gegebenenfalls berücksichtigt.“

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erstellt am 15.Okt.2013 | 00:33 Uhr

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